Ausbruch des Leidens : Fein gesponnen ist die Lüge
Der Tod eines drogenabhängigen und wenig geliebten jungen Mannes durchbricht den stillen, unbedeutenden Alltag der Bewohner eines kleinen schwedischen Dorfes. Schließlich wurde er ermordet, erstochen. Seine betreuungsbedürftige Mutter kann es kaum fassen und erst die Recherchen der Krankenschwester, die ergänzend zu den Ermittlern der Polizei aktiv wird, entdeckt Zusammenhänge, die mit dem Tod des besten Freundes des Ermordeten sich zunächst nur schwer zusammenbringen lassen.
Etwas langwierig bekommt man Einblicke in den Alltag der Jungen, die Verwobenheit familiärer Geschichten und trotzdem bleibt die Wahrheit noch lange im Verborgenen. In geruhsamer Langsamkeit vertiefen sich die Erkenntnisse ohne jedoch so klar zu werden, dass sich Ahnungen sinnvoll entwickeln. Erst auf den letzten Seiten offenbart sich, was der mit der Krankenschwester befreundete Kommissar und sie selbst herausfanden. Man versteht es, kann es dennoch nicht glauben.
Die Auflösung der Mordsgeschichte wirkt "hergeholt" aber möglich. Das Leiden des Mörders scheint durch seine Taten beendet, während das der Klagenden Verwandten, Freunde, Bekannten der Opfer auf ewig bleiben wird.
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Ingrid
Kampås Fein gesponnen ist die Lüge (Originaltitel:
Hjärta av is)
Aus dem Schwedischen von Marie-Sophie Kasten Knaur Verlag, 2004 gebunden,
348 Seiten, EUR 16,90 ISBN 3-426-66157-8