Gemütlich sitzt die Familie am Frühstückstisch. Miesel, seine kleine Schwester Mathilda, sein Vater Sim, Mutter Lee und das Kindermädchen Nanny Flanell. Dann aber glaubt Miesels Vater seinen Augen nicht mehr trauen zu können. Was er da in der Zeitung liest, kann nicht wahr sein. Justin Bucket ist der neue Primus Magus der Zaubergilde. Wo doch jeder glaubte, Toby Juggs würde die Wahl gewinnen. Nun sind mächtige Hexenmeister im Beratungsgremium, was die Zaubergilde wohl kaum zum Guten verändern wird. Miesel könnte sich aus der Sache eigentlich heraushalten. Er hat, im Gegensatz zu seinen Eltern, keinerlei magische Fähigkeiten.
Nachmittags taucht jedoch Besuch auf. Von Mr. Needle und Mr. Bland, als Abgesandte der Zaubergilde, erfährt die Familie, dass schwere Vorwürfe gegen sie erhoben worden sind. Miesel und seine Eltern sollen zu den Vorgängen auf der Jubel-Trubel-Insel (Siehe Band „Miesel und der Drachenhüter“) Stellung nehmen. Miesel hat damals nicht nur den schwarzen Hexer Basil Trampelbone, sondern noch weitern sieben schwarzen Hexern übel mitgespielt, um sein Leben und das seiner Mutter zu retten. Nun glaubt ihm niemand mehr, dass er nicht auch über magische Fähigkeiten verfügt.
Als sich jemand bei der Anhörung mit lächerlichen Zaubertricks über die Befragung lustig macht, fällt der Verdacht sofort auf Miesel. Doch die Anwesenden werden eines Besseren belehrt. Hinter den Zaubertricks steckt die kleine Mathilda. Offensichtlich ist sie ein Mallockee mit praktisch unbegrenzter Zaubermacht. Die Familie ist damit eine Gefahr. Lee und Sim werden in Gewahrsam genommen. Aber Miesel, seiner Schwester und dem Hund gelingt mit Hilfe von Toby Jugg die Flucht.
Toby bringt die Geschwister und den Hund nach Caltrop Castle, einem Gruselschloss, wie es im Buche steht. Unter der Obhut eines schwarzen Hexers ohne Macht, sollen sie abwarten, bis Toby die Dinge geregelt hat. Leider vertraut Miesel hier dem Falschen. So gerät er in ein Dilemma, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
Wieder gerät Miesel in eine Welt voller Gefahren. Caltrop Castle ist ein gruseliges, labyrinthartig angelegtes altes Schloss. Das bekommen er und seine Schwester zu spüren. Mathilda hat ihre Zauberkraft noch nicht im Griff, wie sollte sie auch, ist sie fast noch ein Baby. Deshalb ist sie Miesel auch keine große Hilfe. Und auch der schwarze Hexer, der auf die Kinder aufpassen soll, erweist sich zwar als liebenswert, aber auch unglaublich dämlich. Miesel lernt, ihn zu seinem Vorteil zu beeinflussen. Dennoch entstehen viele Szenen von absurd bis lustig, die das Buch aber zum reinsten Lesevergnügen werden lassen. Die Hexengilde wird diesmal ordentlich aufgemischt. Miesel denkt gar nicht daran, sich geschlagen zu geben, welche Kräfte auch immer gegen ihn aufgeboten werden und welche Horrorgestalten und Schreckenswesen auch auf der Bildfläche erscheinen.
Für den Leser ist die Geschichte sehr abwechslungsreich. Sie ist gruselig, lustig, spannend, grotesk und das alles auf einmal. Der Autor beweist Fantasie. Man kann davon gar nicht genug bekommen. Auch die Illustrationen sind in diesem Stil gezeichnet, was ebenfalls sehr gut gefällt.
Ian Ogilvy Miesel und die Hexerverschwörung Eine schlimme Geschichte geht weiter …
Aus dem Englischen von Cornelia Krutz-Arnold
Illustrationen von Chris Mould
Ravensburger Buchverlag
320 Seiten, gebunden, 14,95 Euro, ab 10 Jahren
ISBN: 3-473-34485-0