Der finnische Geschäftsmann Saarilahti hat den wahnwitzigen Plan, ein riesiges Gebiet in der Einöde Finnlands in einen gigantischen Themenpark umzuwandeln, der der Öffentlichkeit die Vergangenheit des Landes vor Augen führen soll. Doch es gibt Menschen, die sich diesem „Ausverkauf der Geschichte“ vehement entgegenstellen.
Über Nacht hat der finnische Geschäftsmann Saarilahti ein Vermögen gemacht, das er nun wieder seiner Heimat zugute kommen lassen möchte. Doch darüber, was gut ist, hat er so seine eigenen Gedanken und so macht der Exzentriker, der sich gerne selber in der Rolle des schwedischen Königs Gustav sieht, mit seinem Team zu einem von der Flut verschlungenen Dorf auf, das zum Herzstück eines riesigen Themenparks werden soll.
Zusammen mit seinen ständigen Begleitern, seinem Freund und Prügelknaben Kuosmanen, und dem Skeptiker Mäkelä macht er sich an die Ausführung, doch es gibt zumindest einen Menschen, der sich seinen Plänen widersetzen will. Dieser Mann hat einmal in dem versunkenen Dorf gelebt und hat keine Lust, seine Kindheitserinnerungen für Geld zur Schau stellen zu lassen. Geteilt wird seine Meinung von der jungen Forscherin Helena – nur dass die beiden voneinander nichts wissen. Das hat beinahe tragische Folgen...
Atlantis ist der zweite Teil der Wasser-Trilogie, die der finnische Autor Hannu Raittila mit Canal Grande begonnen hat. Von dem wunderschönen Venedig wendet sich Raititila nun zurück in die Heimat, nach Finnland. Abgesehen von dem gegensätzlichen Schauplatz sind die Parallelen jedoch sehr deutlich. Der satirische Charakter der Trilogie wird insbesondere durch die Figur des Saarilahti verkörpert, der mitunter zwar vollkommen wahnsinnig, doch in seinem Wahn auch wieder sympathisch erscheint.
Auch der Aufbau von Atlantis ähnelt dem seines Vorgängers. Die Erzählperspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel, und es gibt sogar ein kleines Rätsel um die Identität von Saarilahtis Gegenspieler, dem namenlosen Umweltschützer, dessen Identität – abgehoben durch Kursivdruck – sich erst auf den letzten Seiten enthüllt. Dennoch ist Atlantis kein Krimi.
Insgesamt besticht Atlantis wieder durch die skurrilen Figuren und die abwegigen Situationen, in die der Autor seine Leser entführt. Auch wenn der Roman satirische Züge trägt und mit dem Ausverkauf der Geschichte, Kommerzialisierung und der übermächtigen Gewalt der Natur auch überdenkenswerte Fragen aufwirft, so ist Atlantis letzten Endes doch eher eine sanfte Parodie auf Land und Leute.
Fazit: Amüsante Reise in die finnische (Seelen)-Landschaft