Dass Stress, Ängste Sorgen und Traumata krank machen können, ist keine Geheimnis. Viele Menschen reagieren mit Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen und kommen aus dem Gleichgewicht. Die Symptome werden dann aber leider oft behandelt, ohne auf die Psyche einzugehen.
Der Autor, Frankreichs führender Osteopath, erklärt die Zusammenhänge zwischen unseren inneren Organen und den Emotionen, zeigt wie sie sich gegenseitig beeinflussen können und worin dies begründet ist. Es kommt also darauf an Körper und Psyche als Einheit zu sehen, bzw. sich selbst besser kennen zu lernen, um die Botschaften des Körpers richtig einordnen zu können. Der Leser soll mit dem vorliegenden Buch in die Lage versetzt werden, die Ursachen seiner Probleme selbst zu finden.
Der Autor erklärt in verschiedenen Kapiteln jedes einzelne Organ, von der Leber bis zum Magen, schildert die Funktionsweise und mögliche Funktionsstörungen verbunden mit entsprechenden Emotionen. Aufgezeigt wird auch, was man für das entsprechende Organ tun kann und wie der Körper wieder ins Gleichgewicht kommen könnte. Der Autor verweist dabei auf viele Fälle aus seiner Praxis.
„Ganzheitliche Gesundheit ohne Medikamente“, so der Untertitel. Aber glauben mag man das nach der Lektüre des Buches nicht so ganz. Oft fällt es schwer, die Ursachen für Probleme zu finden. Auch wenn man erkannt hat, welcher Typ Mensch man ist und dass möglicherweise der Stress im Job Ursache für Rückenschmerzen und Magenprobleme ist. Erst wenn die Schulmedizin keine organische Ursache gefunden hat, sollte man beginnen, sich selbst zu therapieren. Aber das wird leider nicht genügend herausgestrichen. Es werden aber sanfte Therapien vorgeschlagen, wie Akupunktur oder Psychotherapie, wenn es ohne Hilfe dann doch nicht geht.
Das Buch soll Ängste nehmen, aber es macht auch welche. Vieles wirkt befremdlich, kaum vorstellbar. Vielleicht ist die Flut an Informationen auch einfach zu viel. Die immer wieder eingestreute psychologische Beratung bleibt sehr allgemein, die Beispiele aus der Praxis, auch wenn sie sicher interessant sind, erschrecken nicht selten, könnten als zusätzliche Belastung empfunden werden. Man sollte vielleicht nicht das ganze Buch lesen, sonder nur das Kapitel, was von Belang ist. Man wird sonst erschlagen mit möglichen Funktionsstörungen und den möglicherweise dahinter steckenden psychischen Ursachen.