Köln zur Vorweihnachtszeit. Polizei und Presse erhalten einen anonymen Drohbrief, der einen Brandanschlag ankündigt: „Am Tag vor der Geburt des Erlösers werden die Menschen brennen. Es wird unter der Erde geschehen. Die Strafe wird furchtbar sein.“ Kommissar Raupach, ehemals Topermittler der Kölner Kripo, nun strafversetzt in die Katakomben des Archivs, beginnt inoffiziell zu ermitteln. Handelt es sich bei dem anonymen Briefeschreiber nur um einen Wichtigtuer oder stellt er eine ernstzunehmende Bedrohung dar?
Auf jeden Fall ist er nicht dumm, denn er paart seine Drohung mit Auszügen aus Schillers Lied von der Glocke. Als schon bald die Leiche eines Mannes in einer Unterführung gefunden wird, scheint die Sache ernst zu werden. „Es wird unter der Erde geschehen“, so hat es Schiller angekündigt. Ist dieser erste Tote ein Warnschuss?
Anzeige Und dann gibt es da noch den nächtlichen Brand auf einem Spielplatz. Das kann doch kein Zufall sein. Kommissar Raupach macht sich zusammen mit seinen Kolleginnen Photini und Heide daran, den Absender der Drohbriefe zu finden. Dabei ist es nicht gerade hilfreich, dass sie offiziell nicht mit dem Fall „Schiller“ betraut sind. Und auch Raupachs angekratztes Selbstbewusstsein könnte den Ermittlungen hinderlich sein: Seitdem der Kommissar vor Jahren einen Fehler im Dienst beging, ist er dazu verdonnert, alte Akten zu wälzen.Ist ihm sein Spürsinn im Archivkeller etwa abhanden gekommen? Raupach muss seine Selbstzweifel möglichst schnell beiseite legen, wenn er den Fall lösen will.
Der Tag des vermeintlichen Brandanschlags rückt immer näher. Und selbst als es den drei Polizisten gelingt die Identität des Absenders zu lüften, ist die Gefahr nicht gebannt: es handelt sich um Johan Land, der den Mord an seiner Frau rächen will und er scheint den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein. Auch die ungeklärten Mordfälle häufen sich - ein jeder im Zusammenhang mit einem Brand und ein jedes Opfer ist Mitglied der Band „Barbarossa“ gewesen. Doch wo liegt die Verbindung von Johan Land und den Rockern?Die Puzzleteile wollen einfach nicht recht zusammenpassen.
Fazit:Der vierte Mörder ist ein packender Ermittlungskrimi, bei dem alle Figuren mit viel Hingabe vorgestellt werden. Der Autor schafft es, auch der kleinsten Nebenrolle Tiefgang zu geben. Ganz subtil wechselt er die Perspektiven und lässt den Leser mit jeder Figur fühlen. Das Ermittlerteam um Raupach umhüllt eine sympathische Melancholie, die zusammen mit der deprimierenden Welt der Täter und Opfer und dem grauen Köln im Dezember, eine gelungene Mischung ergibt.