Unverkennbarer Trend zur Internationalisierung / Deutsche Aussteller sehr zufrieden
Mit der Ausschreibung eines internationalen Förderprogramms für Übersetzungen aus dem Chinesischen in andere Sprachen setzte die chinesische Regierung auf der diesjährigen Beijing International Book Fair (30.8. bis 2.9.2006) deutliche Zeichen für eine weitere Internationalisierung der Buchmesse. Diesen Trend spiegelten auch die Ausstellerzahlen: Auf einer Fläche von 26.000 Quadratmetern präsentierten sich an den vier Messetagen 1.189 Aussteller aus insgesamt 50 Ländern, davon kamen 550 aus dem Ausland. Im vergangenen Jahr waren es bei insgesamt 941 Teilnehmern noch 465 ausländische Aussteller gewesen. Einen Rekord konnten die Organisatoren der Messe auch bei den Besucherzahlen verzeichnen: Ihren Angaben zufolge strömten 220.000 Menschen auf das Messegelände, 70.000 mehr als im Vorjahr.
Aussteller und Besucher zeigten sich gleichermaßen angetan von der zunehmenden Professionalisierung der Buchmesse Peking. „Es bewegt sich was“, stellte der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, fest. „Die Messe ist professioneller und internationaler geworden, und das Geschäft präsentiert sich mehr von seiner marktwirtschaftlichen Seite.“ China gehört seit Jahren zu den Spitzenabnehmern für deutsche Lizenzen: 2005 wurden 555 Lizenzen in den chinesischen Raum verkauft, besonders begehrt sind dabei Kinder- und Jugendbücher. Dementsprechend lag der Schwerpunkt der Buchmesse Peking in diesem Jahr auch auf dem Bereich Kinderbuch sowie auf dem Gastland Russland, das sich auf rund 1.000 Quadratmetern präsentierte. Im kommenden Jahr wird Deutschland Gastland in Peking sein.
Deutsche Aussteller ziehen durchweg positive Bilanz
Am 144 Quadratmeter großen deutschen Gemeinschaftsstand, den die Frankfurter Buchmesse mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes organisiert hatte, präsentierten 120 Verlage rund 1.300 Titel. Sie zeigten einen Querschnitt durch die deutsche Buchproduktion mit Titeln aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch, Kinder- und Jugendbuch, Geisteswissenschaften, Recht und Wirtschaft sowie Deutsch als Fremdsprache, Architektur und Design. Die am Stand gezeigten Sonderkollektionen widmeten sich unter anderem den Themen Kinder- und Jugendbuch, Sigmund Freud, Bertolt Brecht und Mozart. Die Veranstaltung des deutschen Verlegerforums, die das Buchinformationszentrum Peking, Litrix und der China Book Business Report organisiert hatten, war mit 70 Personen sehr gut besucht.
Die Aussteller am deutschen Gemeinschaftsstand zogen eine durchweg positive Bilanz. „Wir sind auf sehr gute informierte Partner gestoßen und konnten einen deutlichen Anstieg von Interesse und von Kenntnissen feststellen“, sagte Jürgen Krieger vom Prestel Verlag. Auch Harald Gläser von KNV zeigte sich sehr zufrieden: „Wir kommen im nächsten Jahr natürlich wieder.“ Neben Deutschland präsentierten sich auch Italien, Frankreich, Griechenland und Spanien, sowie Korea und Japan mit Gemeinschaftsständen.
Im kommenden Jahr findet die Beijing International Book Fair vom 30. August bis 3. September 2007 statt, Gastland ist Deutschland.