Wer glaubt, dass am Niederrhein nur Frohnaturen und gemütliche Biedermänner leben, der wird mit dieser Anthologie eines besseren belehrt. Neunzehn Mal steht Mord auf dem Programm, denn das blutige Handwerk des Verbrechens hat eine lange Tradition, und seit dem Mittelalter sind die Mörder allenfalls gewiefter geworden.
Ob Kräuterhexe, Raubritter oder Fernsehstar, das Zeug zum Mörder haben sie alle. Vielleicht liegt es ja an der inspirierenden Landschaft des Niederrheins mit seinen Wäldern und Burgen, die in der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung ebenso intensiv beschrieben wird, sie die tückischen Morde selber. Oder es liegt an den Autoren selbst, die diese bösen kleinen Geschichten so gemein ausgetüftelt haben, dass man sich zweimal überlegen würde, sich mit ihnen anzulegen.
Bei Anthologien kauft man als Leser oft die Katze im Sack - wer weiß schon, ob die Geschichten der verschiedenen Autoren halten, was der begeisterte Klappentext verspricht. In diesem Fall lautet die Antwort eindeutig "Ja". Sowohl die historischen als auch die modernen Geschichten sind durchweg gut recherchiert und professionell geschrieben und machen ihren geistigen Vätern und Müttern, von denen viele keine vollkommenen Neulinge in der Krimiszene sind, alle Ehre.
Fazit: Neunzehn unterhaltsame Morde vor schöner Kulisse
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Ina Coelen, Ingrid Schmitz (Hrsg.) Mord unter Kopfweiden Neue und historische Kriminalgeschichten vom Tatort Niederrhein Leporello Krimi 253 Seiten, EUR 9,00 ISBN 3-936783-09-8