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Die Kinder des Todes PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jörg von Bilavsky, am 25-11-2004 07:01
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Favoriten 16

Ian Rankin - Die Kinder des Todes - Weiterlesen...Ein bisschen zu viel des Schlechten


251 Meter über dem Meeresspiegel, von Arthur's Seat aus, hat man einen unvergesslichen Panoramablick auf den Firth of Forth und das einzigartige Stadtbild von Edinburgh. Bei strahlend blauem Himmel erweckt die schottische Hauptstadt einen ungemein friedlichen und pittoresken Eindruck, der jedoch nicht nur durch das Aufziehen des berühmt-berüchtigten Nebels getrübt werden kann. Sondern auch durch die hier verübten Verbrechen, denen wie immer in Ian Rankins Romanen Detective Inspector John Rebus auf der Spur ist.

Ohne es von Anfang an wissen zu können, hat er es mit mindestens drei Straftaten zu tun, von denen er eine sogar selbst begangen haben soll. Und Rebus lässt bis zum Schluss keine Gelegenheit aus, durch sein Verhalten, seine politisch unkorrekten Sprüche und seine unerklärlichen Verbrennungen an beiden Händen diesen Verdacht weiter zu schüren.

Mit diesem Makel entlässt Rankin seinen angeschlagenen Helden zunächst in den zentralen Mordfall, den angeblichen Amoklauf eines ehemaligen Soldaten der britischen Eliteeinheit "Special Air Service". Zwei Schüler einer noblen Privatschule soll er niedergestreckt und einen anderen an der Schulter verletzt haben, bevor er sich selbst die Pistole an die Schläfe gesetzt hat. Der Selbstmord des Elitesoldaten, ein vermeintliches Schuldeingeständnis. Doch sein Motiv, nach dem vor allem die Eltern der Opfer und die fassungslose Öffentlichkeit verlangt, bleibt unklar. Diesem auf die Spur zu kommen, macht sich der mittlerweile wegen Mordverdachts vom Dienst suspendierte Polizist Rebus zur Hauptaufgabe. Beauftragt von dem die Ermittlung leitenden Detective Inspector Hogan und tatkräftig unterstützt von seiner Kollegin Detective Sergeant Siobhan Clarke.

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Nach sehr ermüdenden und ergebnislosen Verhörpassagen und von billigen Pointen gepflasterten Dialogen (Clarke: "Heute hat sich den ganzen Tag kaum ein Polizist hier [im Revier] blicken lassen." Rebus: "Nur gut, dass die Gauner das nicht wissen.") findet das Trio zur Halbzeit endlich erhellende Hinweise in der militärischen Vergangenheit des mutmaßlichen Amokläufers. Ein Netz, gesponnen aus illegalen Drogen-, Waffen- und Diamantengeschäften, breitet sich vor ihnen aus, in das seine Freunde, das Militär aber auch einige Schüler verwickelt sind.

Alsprimus inter pares behält selbstverständlich nur Rebus den Überblick und vermag die notwendigen Schlüsse zu ziehen, um Licht in das Dunkel der Querverbindungen und der emotionalen wie geschäftlichen Abhängigkeiten des Selbstmörders zu bringen. Trotzdem lenken den trinkfesten und unerschrockenen Detective Inspector immer wieder seine charakterlichen Schwächen vom eigentlichen Geschehen ab. Leider auch den Leser, der von bedeutungsschwangeren Einblicken in das väterlich-freundschaftliche Verhältnis zu seiner Kollegin Clarke und in seine angeknackste Psyche verfolgt wird. "Er hielt sich nicht für einen schlechten Menschen, wusste aber, dass er wahrscheinlich auch kein guter Mensch war", sinniert er für einen kurzen Moment nach der unfreiwilligen Begegnung mit einer Psychologin. Und zu allem Überfluss erhebt er trotz des Eingeständnisses eigener Unvollkommenheiten von Zeit zu Zeit auch noch den moralischen Zeigefinger: "In der Welt, wie er sie kannte, kamen die Schuldigen nur allzu oft ohne Strafe davon, und niemand interessierte sich für die Opfer. Ständig wiederfuhr guten Menschen Böses und umgekehrt."

Komplexer und eindringlicher als die Seelenlandschaft seines Protagonisten vermag Rankin den Plot zu komponieren.Allerdings meint es der schottische Bestsellerautor auch hier etwas zu gut mit dem Schlechten. Auf den letzten hundert der über fünfhundert Seiten häufen sich die von Rebus mittlerweile aufgedeckten Verbrechen, sodass sich zwangsläufig auch die Ereignisse auf engstem Raum überschlagen. Sie halten den Leser zwar bis zur letzten Seite gefangen, doch der lebensgefährliche Showdown fällt zu melodramatisch und die Motive der Täter sehr dünn aus. Was bleibt, ist ein dramaturgisch wie moralisch fader Nachgeschmack.

FAZIT: Dickleibiger Roman ohne zündende Pointe.



Informationen zum Buch

Sie können das Buch bequem online bei unseren Buchhandelspartnern bestellen:

Leseprobe

Ian Rankin
Die Kinder des Todes
(Originaltitel:
A Question of Blood)
Aus dem Englischen von Claus Varrelmann
Goldmann
542 Seiten, EUR 22,90
ISBN
3-442-54550-1

 

 

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Letztes Update: 25-07-2007 09:22

Veröffentlicht in : Buch, Krimi / Thriller
Schlüsselworte : rankin, die kinder des todes
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