Spätestens mit sechs Jahren kommen in Deutschland die Kinder in die Schule und schon gibt es jede Menge Probleme. Schlechte Noten, unmotivierte Schüler, Eintragungen ins Hausaufgabenheft, gestresste Lehrer und so weiter.
Spätestens nach PISA wissen wir, wie es um den Wissensstand unserer Schüler steht, nämlich nicht gerade zum Besten. Die neue Rechtschreibung tut ihr Übriges, um das Nichtverständnis weiter zu verstärken und die Probleme drehen sich im Kreis. Wie es genau zu diesen Problemen überhaupt kommt, wird in diesem Buch diskutiert.
So dreht es sich hier um das Thema "Lernen" und was man dabei alles verkehrt machen kann. Das Sprichwort "Übung macht den Meister" ist nun auch nicht mehr aktuell, wie der Autor hier erläutert. Es werden eine Vielzahl von Beispielen auch in Form von kleinen Geschichten gegeben, die verdeutlichen, was beim Lern- und Denkprozess eigentlich vor sich geht und wo die Sache schließlich daneben geht. So wird auch das Gehirn wissenschaftlich beleuchtet, der Prozess der Denkentwicklung betrachtet und Kindern aufgedrängtes Lernverhalten von der psychologischen Seite eingeschätzt.
Eine wichtige Erkenntnis ist zum Beispiel, dass es grundverkehrt ist, Kinder auf ihre Fehler aufmerksam zu machen, sie zum Beispiel falsch geschriebene Wörter unterstreichen zu lassen, weil sie sich dadurch das falsche Wort nur noch besser einprägen und mit dem richtigen Wort ständig in Verwechslung bringen. So kann es auch vorkommen, dass Kinder schon sicher Gelerntes plötzlich einfach wieder vergessen. Solche und ähnliche Phänomene werden hier betrachtet und außerdem eine Menge unsinniger Schul- Haus- und auch pure Beschäftigungsaufgaben verteufelt.
Wenn man sich das Cover des Buches anguckt, erwartet man eigentlich eine Art Ratgeber, wie die Überschrift "Ratschläge für Eltern, Schüler und Lehrer" vorgibt. Liest man das Buch allerdings durch, wird man schwer enttäuscht oder hoch überrascht sein. Es handelt sich nämlich um ein Psychologiebuch, teilweise mit Unterhaltungsromancharakter.
Die psychologischen Erkenntnisse sind dennoch sehr interessant und helfen tatsächlich zu verstehen, warum Kinder unmotiviert beim Lernen sind, ungern in die Schule gehen, ihre Hausaufgaben schlecht erledigen oder gar ganz die Schule schwänzen.
Am Ende des Buches gibt es auch kleine Beispielaufgaben, wie man Kindern bestimmte Sachverhalte besser beibringen kann. Allerdings sind das lediglich Anregungen, die sich manchmal schlecht allgemein anwenden lassen. Ein Buch für Schüler ist dieses Werk sicherlich nur bedingt, da es nur um das "warum" geht und weniger um "wie verändere ich mein eigenes Lernverhalten zum Positiven".
Der Autor nimmt Bezug auf die wissenschaftlichen Entdeckungen anderer Psychologen und bezieht sich außerdem sehr viel auf seine Lieblingskinderbeobachterin Maria Montessori.
Anstrengend beim Lesen sind die ständigen Querverweise des Autors, die den Leser quer durch das ganze Buch leiten. Teilweise hat man auch den Eindruck der Autor redet etwas um den heißen Brei herum, ehe er zu Kernaussagen kommt, die dem Leser tatsächlich weiterhelfen.