Martin Walser wurde 1927 in Wasserburg geboren, besuchte in Lindau die Oberschule, wurde als Flakhelfer eingezogen und später Soldat der Wehrmacht. Nach dem Krieg legte er in Lindau das Abitur ab und studierte in Regensburg und Tübingen Literatur, Geschichte und Philosophie. 1951 promovierte er über Franz Kafka. Er arbeitete als Reporter für den SDR, schrieb Hörspiele und gehörte zur Gruppe 47. 1957 erschien sein erster Roman „Ehen in Philippsburg“, der ein großer Erfolg wurde. Von da an lebte er mit seiner Familie am Bodensee.
In den sechziger Jahren setzte er sich für die Wahl Willy Brandts ein, später engagierte er sich gegen den Vietnamkrieg und galt als „Linker“.
1998 wurde ihm der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen, er hielt eine Rede, in der er sich über „Instrumentalisierung des Holocaust“ beklagte. Das führte zu einer heftigen öffentlichen Debatte, die sich verschärfte, als er bei einer Klausurtagung der CSU auftrat und in dem Roman „Tod eines Kritikers“ angeblich antisemitische Töne anschlug.
Martin Walser ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und des PEN.
Er lebt in Überlingen am Bodensee.