Trotz kleiner Nicklichkeiten herrscht eitel Sonnenschein zwischen Rex und Saskia, die sich beide auf der Fahrt in den Urlaub befinden. Ein früheres unangenehmes Erlebnis lässt Saskia einen Tankstopp einfordern. Mutig bietet sie sogar an, Rex am Steuer abzulösen. Doch dann kommt sie vom Toilettengang und Getränkekauf nicht zurück. Rex ist verzweifelt, denn niemand kann Angaben über den Verbleib von Saskia machen.
Jahre vergehen, Rex ist neu gebunden und doch keimt täglich die fragende Sehnsucht nach der verloren gegangenen Saskia in ihm auf. Dieser Druck der Unwissenheit veranlasst Rex zu einer Anzeigenkampagne. Als sich tatsächlich jemand mit Kenntnis über den Verbleib Rex’ damaliger Freundin meldet, scheint er auf dem Weg zum inneren Abschluss mit dem Vorfall. Doch dann kommt alles erschreckend anders.
Tim Krabbè schreibt die Geschichte in einer klaren und knappen, kein Wort zu viel verlierenden Leichtigkeit. Trotzdem erreicht das Buch ergreifenden Tiefgang und auch die notwendigen Zeit- und Ereignissprünge sind keineswegs störend.
Irritierend ist einzig das Geschehen an sich. Doch selbst hier hilft der Autor durch einen Einblick in die Denkstrukturen der handelnden Protagonisten, wie zum Beispiel den bis in letzte Details konsequenten L. Beeindruckend und ohne Haken führt Krabbè die wenigen Handlungsstränge zusammen und formuliert ein beklemmend nachvollziehbares Ende.
Eine schnelle Erzählung, annähernd ein Psychothriller und das alles in etwa zwei Stunden zu lesen. Beeindruckend brutalitätsfrei gut.