Archäologische Schatzsuche mündet in Kampf gegen den Terror
Der Sportjournalist Raoul Levkovitz mit erschütternder DDR-Heimerfahrung kommt ganz unverhofft zu einem Ausflug in den Jemen. Seine neue Liebe, die Kunstfliegerin Dorothy, soll dort archäologische Suchflüge durchführen. Ein natürliches Misstrauen Raouls gegen die sich merkwürdig entwickelnden Vorgänge in dem islamischen Wüstenstaat rechtfertigt sich schon bald. Raoul erkennt, wie Dorothy und er letztlich zum Spielball eines geheimdienstlichen Antiterrorplanes im „Krieg gegen den Terror“ missbraucht werden.
Auch wenn spannungladend alles zunächst noch fragmentarisch bleibt. In durchaus atemraubernder Dichte erzählt der Autor einen absolut spannenden Plot, der glaubwürdig daherkommt und aktuelle gesellschaftliche Befindlichkeiten, Vermutungen Ängste und Erkenntnisse aufgreift.
Es sind Einblicke in Machenschaften von Geheimdiensten, die einen ungläubig die Arbeitsweise derartiger staatlicher Organisationen aufzeigen und vermuten lassen, dass diese jeglicher demokratischer und moralischer Kontrolle entbunden sind. Klasse eingebundene Tatsachen wie der Einsatz so genannter „Predator“-Dronen zur Beobachtung und Bekämpfung terroristischer Gruppen, verbinden sich ausgezeichnet mit den Phantasien des erkennbar neben seiner Schreibtätigkeit auch als Filmregisseur wirkenden Sinkel.
Immer wieder ergänzen auflockernd Rückblicke in die Vergangenheit oder Szenenwechsel die dennoch stets linear ablaufende Geschichte. Einblicke in die emotionale Befindlichkeit unterschiedlichster Protagonisten bis hin zu der des zum Terroristen gewordenen Heim-Freund sorgen atmosphärisch dicht für stete innere Bindung an den Politthriller.
Spannend und logisch bietet „Der dritte Sumpf“ einen zeitgemäße und glaubwürdige Leseaufregung und es bleibt nicht aus, dass man erwartungsvoll einen dritten Band mit dem irgendwie sympathischen und unterstützenswerten Raoul ersehnt.
Bernhard Sinkel Der dritte Sumpf
dtv
254 Seiten, 14 Euro
ISBN 3423245026