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Tod eines Senators PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Birgit Erwin, am 05-07-2006 11:00
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Favoriten 20

Lindsey Davis - Tod eines SenatorsAnwalt

Negrinus Metellus ist des Vatermordes angeklagt – und das ist ausgerechnet Privatermittler Didius Falco, der – eben frisch aus der britannischen Provinz zurückgekehrt – durch Zufall in diesen spektakulären Mordprozess geraten ist. Leider hat Didius keinerlei Erfahrung als Anwalt. Dafür aber glaubt er an Gerechtigkeit innerhalb eines zynischen Systems.

Didius Falco ist mit seiner Familie endlich ist heimische Rom zurückgekehrt. Obwohl er froh ist, die unwirtliche Provinz Britannien hinter sich gelassen zu haben, sieht er sich doch ernsten finanziellen Sorgen gegenüber. Seine alten Klienten haben in vergessen und das Leben mit zwei kleinen Kindern ist nicht leicht. Als er in einem Prozess einen Botengang übernehmen soll, übernimmt er den Auftrag mit einem Achselzucken. Wenig später hört er, dass das Oberhaupt der Familie Metellus wegen Amtsmissbrauch verurteilt wird und wenig später Selbstmord begeht, um seiner Familie das Ausbezahlen der Strafe zu ersparen.

Doch Falco begreift bals, dass das erst der Anfang ist. Der um sein Honorar gekommene Anwalt beauftragt ihn, herauszufinden, ob es der Senator wirklich Selbstmord begangen hat, und tatsächlich stört Spürnase Falco auf Ungereimtheiten. Womit er nicht gerechnet hat, ist, dass wenig später Negrinus Metellus, der freundliche, etwas schwächliche Sohn des Toten als Vatermörder vor Gericht steht. Zusammen mit Helena und deren beiden jüngeren Brüdern übernimmt er den Fall. Dumm nur, dass Falco zwar ein guter Ermittler ist, jedoch keine Erfahrung als Anwalt hat.

In ihrem neuesten Roman ihrer Falco-Reihe begibt sich Autorin Lindsey Davis auf ein ganz neues Terrain. Nach ihrem Ausflug nach Britannien, lässt sie ihren Helden diesmal im heimischen Rom als Anwalt tätig werden. Der Gedanke hinter diesem Schritt ist einleuchtend. Nach so vielen detektivischen Einsätzen kann die Serie ruhig ein bisschen frischen Wind vertragen, trotzdem kann Falco in seiner neuen Aufgabe nicht ganz überzeugen.

Die Mängel liegen nicht in der Konzeption der Handlung. Die ist ausreichend breit angelegt, und je weiter der Roman fortschreitet, desto besser kommen die diversen Leichen im Keller der Familie Metellus zur Geltung. Doch diesmal lässt sich die Autorin bei der Entwicklung der Geschichte zu viel Zeit. Auch wenn rückblickend deutlich wird, dass die verschiedenen Handlungsstränge für das Verständnis durchaus notwendig waren, treten in der ersten Hälfte doch gewisse Ermüdungserscheinungen auf.

Doch das Hauptproblem für eingefleischte Didius-Falco-Fans ist sicher der ungewohnt zurückhaltende Ton, den ihr Held dieses Mal anschlägt. Natürlich ist er auch als Anwalt nicht ernst geworden, trotzdem wirkt sein flapsiger Witz diesmal weniger satirisch und zündend als in den vorangegangenen Romanen, und auch Helena tritt stark in den Hintergrund. Insgesamt scheint es, als fühle sich der selbstbewusste Held in seiner neuen Funktion noch nicht so recht wohl, und das merkt auch der Leser.

Fazit: Falco als Anwalt – definitiv einer der schwächeren Bände der Serie!


Lindsey Davis
Tod eines Senators
(Originaltitel: The Accusers)
Übersetzt von Susanne Aeckerle
Knaur
461 Seiten, EUR 18,90
ISBN 3-426-66155-1

 

Hier bestellen:




Letztes Update: 13-10-2006 15:21

Veröffentlicht in : Buch, Historischer Kriminalroman
Schlüsselworte : lindsey, davis, tod eines senators, senator
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