Die Journalist Tone Tarud findet eine Leiche im Wald. Als wäre das nicht schon außergewöhnlich genug, entdeckt sie bei ihren Recherchen über Menschen, die über das Internet Kontakt oder Beziehungen suchen, dass auch die Ermordete Sofie Lyse auf diese Weise einige Treffen mit Männern vereinbarte. Auch die Protagonistin selbst ist dieser Art Männersuche nicht abgeneigt und hat eigene Erfahrungen damit. Schnell zeigt sich, dass des Opfers letztes am Monitor vereinbartes Blind Date ganz offensichtlich das mit dem Mörder war.
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Die Autorin entspinnt in der sich spannend entwickelnden Geschichte einen geschickt angelegten pschologischen Plot, der immer klarer aufzeigt, dass die Journalistin ihren eigenen Chat-Kontakt vermutlich mit dem gleichen Mann pflegt und möglicherweise dessen nächstes Opfer sein wird. Die sich daraus ergebenen Überlegungen der Frau in den besten Jahren steigern den Adrenalinaustoss der Lesenden, denn es bahnt sich unaufhaltsam der nächste Mordfall an. Ständig zwischen Unsicherheit, Angst und wissender Überlegenheit gegenüber dem Bildschirmpartner schwankend erhalten Tarud’s Gedanken weiteres Störfutter durch ihre etwas „anders lebende“ und ein wenig „unleidige“ Tochter.
Schließlich betritt auch noch ein entlassener Frauenmörder die Szene, sucht den Kontakt mit der Journalistin und bittet sie um Unterstützung, seine ungerechtfertigte Haft als Ergebnis einer Verschwörung öffentlich zu machen. Die Frau gerät in einen Strudel drohender Gefahr.
Vermutlich ist es dieses „normale“ Leben einer „normalen“ Frau, welches sofort an die Geschichte glauben lässt und somit das Hineinfinden und Miterleben so leicht macht. Stets hat man das Gefühl, die Menschen zu kennen, die Situationen schon mal erlebt oder zumindest aus nächster Umgebung schon mal gehört zu haben und die beklemmende Situation, auf dem Bildschirm mindestens, aber auch im realen Alltag verfolgt zu werden, kann man gut nachfühlen. Frau Bruheim gelingt es gut, die Lesenden für ihre Geschichte zu vereinnahmen und sie bis zur letzten Seite zu fesseln. Das ist eben gute Unterhaltung und Spannung.
Magnhild Bruheim Letztes Blind Date Grafit Verlag, 2005
287 Seiten, 9,90 Euro
ISBN 3894255420