Auswärtiges Amt und PRO HELVETIA fördern weiterhin Übersetzungsprojekte
Ägyptische Lyrik, eine Familiensaga aus Sri Lanka oder eine Geschichte vom Leben auf dem Land in China: Die Literatur von Schriftstellern aus Asien, Afrika und Lateinamerika bietet interessante Einblicke in andere Kulturen. Doch diese Werke haben es meist nicht leicht, außerhalb des eigenen Sprachraums publik zu werden, denn für literarische Übersetzungen fehlt das Geld. Das Auswärtige Amt und die Schweizer Kulturstiftung PRO HELVETIA stellen auch in diesem Jahr die finanziellen Mittel für solche Übersetzungsprojekte bereit, trotz allgemeiner Kürzungen im kulturellen Bereich. Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika im Hause der Frankfurter Buchmesse konnte daher insgesamt 16 Zuschüsse für Übersetzungen aus den Literaturen des Südens bewilligen.
Die Gesellschaft unterstützt seit 1984 solche Projekte. Gefördert werden dabei vornehmlich Werke von Autorinnen und Autoren, die bisher gar nicht oder nur unzureichend in deutscher Übersetzung vorlagen, sowie Werke aus Ländern, deren Literatur kaum auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vertreten ist. In diesem Jahr werden neun Bücher erstmals in deutscher Sprache vorliegen. Dazu gehören unter anderem Werke des ägyptischen Lyrikers Girgis Shukry, des palästinensischen Politikers Aziz Bishara sowie der literarischen Neuentdeckungen Marcelo Figueras und Cristian Alarcón aus Argentinien und der Schriftstellerin Michelle de Kretser aus Sri Lanka.
Die Förderung gilt ebenfalls verlegerischem Engagement für gute Autorinnen und Autoren. So werden auch literarisch herausragende Bücher unterstützt, die bereits in einer oder mehreren Übersetzungen vorliegen. Roberto Bolaño mit Erzählungen gehört ebenso dazu wie beispielsweise der indische Romancier Kushwant Singh mit ironischen Geschichten, der algerische Autor Salim Bachi mit einem zweiten Roman und der Südafrikaner Zakes Mda mit einem Roman über die märchenhaften Beziehungen zweier Menschen zu einem Wal.
Das in Europa einzigartige Förderprogramm hat bisher mehr als 500 Übersetzungsprojekte unterstützt. Besonderes Augenmerk gilt dabei seit langem der Arabischen Welt, die 2004 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war. 126 der in dem Programm geförderten Titel sind Übersetzungen von Autorinnen und Autoren aus der Arabischen Welt, zwei Drittel davon Übersetzungen aus dem Arabischen.
Eine genaue Liste aller Titel steht auf der Website der Gesellschaft unter http://www.litprom.de/sites/terminefrm.htm
Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika wird von der Frankfurter Buchmesse und dem Evangelischen Entwicklungsdienst mitgetragen. Sie nimmt noch bis zum 1. November 2006 neue Anträge entgegen.