Dass die neue Kollegin ein echtes Luxusweib ist, könnte ihr die vierzigjährige Durchschnittslehrerin noch verzeihen, aber dass sie keine Hunde mag, geht entschieden zu weit! Daher hält sich das Mitgefühl auch in Grenzen, als die "hundehassende Pissnelke" ermordet wird. Dennoch ist die Tätersuche Ehrensache, denn Neugier gehört schließlich zum Hauptkapital einer Lehrerin.
Als Ehefrau, Mutter, Lehrerin einer Berufsschule und Besitzerin eines anspruchsvollen Dackels namens Potti kann man über Langeweile nicht klagen, doch der Mord an der ungeliebten neuen Kollegin Bianca "Die Pissnelke" de Lenchantin bringt zusätzlichen Schwung in das Leben der italienischen Mittvierzigerin. Zuerst muss sie sich vergewissern, dass nicht ihre beste Freundin Gina die Täterin war, und dann hält der überaus attraktive Commissario Gaetano ihr Interesse an dem Fall, und nicht nur an dem Mordfall, am Köcheln.
Schön, blond, reich und tot ist ein amüsanter Kriminalroman, der zwar in der dritten Person Singular geschrieben ist, der aber doch weitgehend aus den inneren Monologen und scharfzüngigen Beobachtungen der dominierenden weiblichen Hauptfigur besteht. Ihre unkonventionelle Sichtweise auf die Dinge, die irgendwo zwischen fröhlichem Pragmatismus und weltschmerzgetrübter Midlife-crisis schwankt, machen den Roman zu einem spritzigen Lesevergnügen, in dessen Verlauf der Mord mehr und mehr in den Hintergrund gerät.
Der Debutroman der italienischen Autorin Margherita Oggero wurde in ihrem Heimatland sofort zum Kassenschlager, und tatsächlich ist der Roman klar darauf angelegt, in Serie zu gehen. Der Leser darf also gespannt sein und hoffen, dass die Protagonistin ihre spitze Zunge und erfrischende Lebensklugheit auch weiterhin bewahren wird.
Fazit: Lesenswerter Kriminalroman mit Witz und Esprit