Was wie ein ganz gewöhnlicher Goldener Schuss aussieht, entpuppt sich als ein kaltblütiger Mord, der dem norwegischen Kommissar Gunnarstranda alles abverlangt. Seinen Partner Frölich trifft es sogar noch härter. Verfolgt von einer attraktiven Journalistin verschlägt die Spurensuche ihn sogar nach Afrika.
Kommissar Gunnarstranda bringt sich in Teufels Küche, als er eigenmächtig die Obduktion einer gewöhnlichen Drogentoten anordnet, doch seine Spürnase gibt ihm Recht: Es war Mord. Und dann ist auch noch der Hauptverdächtige, der Afrikaner Stuart Takeya verschwunden. Klar ist nur eines: Der junge Mann, der an der Universität von Oslo ein Stipendium hatte, war in dunkle Machenschaften verstrickt. Also trennen sich die Wege der beiden norwegischen Ermittler. Während Gunnarstranda im heimischen Oslo dem Reeder Pedersen auf den Zahn fühlt, auf dessen Yacht Stuart das letzte Mal gesehen wurde, reist Frölich nach Afrika. Denn dort soll Stuart sich aufhalten. Sagt jedenfalls die Journalistin Lise, deren schwarze Designerbrille es Frölich irgendwie angetan hat, auch wenn er sie eigentlich für einen furchtbaren Menschen hält.
Wer behauptet, die Creme der nordischen Ermittler sei in Schweden zu finden, der kennt Norwegens beliebtestes Ermittlerduo nicht: Gunnarstranda und Frölich sind inzwischen mit ihrem dritten Fall dabei, und diesmal müssen die beiden sympathischen Spürnasen alle Register ziehen. Auf hoher See, an der Universität und sogar auf einem fernen Kontinent müssen sie ihren Grips unter Beweis stellen. Und was sie nicht alles aufdecken: Von leer gefischten Seen über Heilmittel gegen AIDS und diverse Verschwörungstheorien ist alles vertreten. Wäre weniger mehr gewesen? Diese Frage stellt sich dem Leser dann doch im Verlauf der 350 Seiten, die zwar rasant, aber dann auch sehr voll gepackt sind.
Hinzu kommt der Ortswechsel nach Afrika. Es wird sehr deutlich, dass der Autor sich große Mühe gibt, nicht nur die Fremdheit des Kontinents lebendig werden zu lassen, sondern auch die Probleme der Dritte-Welt-Länder zu verdeutlichen. Leider wirkt manches doch ein wenig klischeehaft, was auch einfach daran liegt, dass sich die Sozialkritik den Raum mit einer Liebesromanze und einer Krimihandlung teilen muss. Am Ende wird der Mörder im heimischen Baggersee gestellt, da wirkt manches im Nachhinein eher wie Effekthascherei, um eine spannende, doch routinierte Handlung aufzupeppen.