Louise Cantor möchte anlässlich eines ihrer seltenen Besuche in Schweden ihren Sohn Henrik besuchen. Doch aus der vergnüglichen Wiedersehensfeier wird eine Trauerfeier, denn sie findet ihren Sohn tot in der Wohnung auf. Doch an den von der Polizei festgestellten Selbstmord weigert sich die Mutter zu glauben und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Dass dies keine so gute Idee ist, muss sie leider bald feststellen.
Henning Mankell versucht in seinem neuesten Roman die Verknüpfung so unterschiedlicher Genres wie Kriminal- und Medizinthriller mit gesellschaftskritischen Anklängen und einer psychologischen Studie einer Mutter, die ihr Kind verliert. Nicht alle diese Komponenten werden glaubhaft und schlüssig in die Geschichte implementiert. Doch dies tut der Spannung beim Hören keinen Abbruch. Was schon bei der Hardcoverausgabe (Link zur Rezension) spielend gelang, vermag nun der Hörverlag mit der Lesung von Axel Milberg fortzuführen.
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Dem ernsten Hintergrund Respekt und Achtung zollend, wahrt er den nötigen Abstand bei der Lesung ohne dabei den Unterhaltungswert des Hörbuches aus dem Auge zu verlieren und ermöglicht damit dem Hörer die Möglichkeit, sich mit der innewohnenden Gesellschaftskritik auseinanderzusetzen, sofern er dies denn mag.
Fazit: Kein Kommissar Wallander mehr sondern die Nöte einer Mutter und eines Kontinents werden von Mankell gekonnt in Szene gesetzt. Aufrüttelnd und spannend verwebt er Gesellschaftskritik mit einer ausgeklügelten Krimihandlung und erfüllt so alle Erwartungen seiner großen Fangemeinde. Axel Milbergs Lesung trägt viel dazu bei, die Personen mit Leben zu füllen und den Plot glaubhaft zu machen.