Heidrun-Auro Brenjo lässt kaum ein Genre aus, über das sie mit fein gewählten Worten Gefühle ausdrückt. Wie kann man das Sein und den Sinn der Toilette in lyrische Worte fassen? Das Leben, die Natur, der Tag, der Nachbar. Über die Dummheit und Kondome, das Bett, die Kunst oder die Liebe.
Die Autorin findet Worte, findet, was jeder fand, nur anders eben. Tauchen Sie ein in die Kunst der neu inszenierten Worte, erleben Sie das Szenario der feinen und derben Sprache.
Aufgetriebener Leib
Kloßgefühl im Hals
Schmerzen
Bis es kommt
Brettert durch die Leber
Rammt die Galle
Quartiert sich im Darm
Aufwendig faucht und spuckt
Obligatorisch sich verneigt
Nimmt Schwung zum Start
Observiert die Knoten der Hämorrhoiden
Wird ordinär mit lautem Geröll
Nimmt Anlauf zischt und stinkt
Fetzen explodieren
Furze rollen feuern fahren sausen
Dröhnen aus des Afters Tiefe
Verpesten stinken
Bläh und Schauder
Welche Not
Jetzt ist die Nahrung endlich tot
Über die Autorin:
Worte, ich sammle Worte, Synonyme, milieugeprägte, fast vergessene Phrasen oder Ausdrucksformen. Im Widerspruch kneble ich Tinnef und Mumpitz um aphoristischen Erhalt des Urgebrauchs zu erzeugen. Ich will die abgelatschten Vokabeln retten und mein Gehirn mit den daraus entstehenden poetischen Symphonien füllen, um sie nicht wie einen hohlen Drachen steigen zu lassen. In meinen Gedanken sitzt im Sozius ein kleiner satirischer Kobold.
Wenn von Blähungen erzählt wird, so wird anschaulich geschildert, wie Tabus gebrochen werden. Es sind nur die Synonyme, die ich strapaziere und zweckentfremde, um sie wieder gebräuchlich zu machen. Die stummen Tränen der scheinbar seelenlosen uns anbellenden Blumen können wir niemals trocknen, wenn wir nicht frei sind, frei für den Klang und dem wohltuenden Spagat unserer Sprache.