Noch eine schlimme Geschichte: Miesel und der Drachenhüter
Miesel ist froh, wieder bei seinen Eltern zu sein. Die erzwungene Zeit bei seinem Vormund Basil Trampelbone unter sehr widrigen Umständen war nichts für schwache Nerven. Miesel kann das Familienleben allerdings nicht lange genießen. Beim Einkauf im Supermarkt geschieht das Schreckliche. Als Miesel mit dem vergessenen Ketschup an der Kasse steht, hört er Schreie vom Parkplatz. Er rennt sofort nach draußen. Doch zu spät. Seine Mutter wurde entführt und sein Vater ist so geschockt, dass er nicht mehr bei Verstand zu sein scheint.
Ein Zeuge berichtet, einen Lieferwagen gesehen zu haben. Schwarze Gestalten mit bleichen Gesichtern sind die Entführer. Miesel weiß, dass es sich nur um schwarze Hexer handeln kann. Schließlich hat er lange Zeit bei einem von ihnen leben müssen. Der Junge hat Angst, seine Eltern nach so kurzer Zeit schon wieder zu verlieren. Doch die Polizei kann bei Zauberangelegenheiten nicht hinzugezogen werden. Die Zaubergilde dagegen will nicht helfen.
Miesel hat einen Hinweis gefunden. Ein Flaschenverschluss mit der Aufschrift Jubel-Trubel-Insel. Hier war Miesel erst vor kurzem mit seinem Eltern gewesen, um die verpassten Geburtstage nachzufeiern. Diese Insel ist ein riesiger Freizeitpark. Die Familie hat nicht bemerkt, dass sie verfolgt wurde. Doch dieser Verfolger hat Miesels Mutter berührt und etwas von ihrer Zauberkraft, dem Mana, abgezogen. Ein unheimlicher Vorfall.
Nun führen die Spuren zu diesem Freizeitpark. Miesel weiß, dass es eine gefährliche Sache ist, sich mit den schwarzen Hexern, die auf Rache aus sind, anzulegen, schließlich hatte einer von ihnen versucht, ihn umzubringen. Und doch hat er keine andere Wahl, als auf eigene Faust loszuziehen, um seine Mutter aus den Klauen der schwarzen Hexer zu befreien.
„Miesel und der Drachenhüter“ ist der zweite Band um den klapperdürren Jungen mit der wilden Frisur. Genau wie der erste Band „Miesel und der Kakerlakenzauber“ ist auch dieses Buch herrlich komisch, über alle Maßen verrückt und auf eine wunderbar eigenwillige Art und Weise illustriert. Besonders als Miesel auf der Jubel-Trubel-Insel gegen die schwarzen Hexer kämpfen muss, wird es ausgesprochen spannend. Schwarze Hexer sind sehr gefährlich. Ihr Anführer Griswold Gristle beispielsweise hat einen ganz fiesen Exhalations-Zauber drauf. Sein nach totem Fisch, alten Matratzen und dem Innenfutter von uralten Turnschuhen riechender Atem, haut den stärksten Mann um. Zum Glück sind die schwarzen Hexer nicht gerade mit einem scharfen Verstand ausgestattet. Miesel dagegen schon. Er ist einfallsreich und mutig. Dabei geht es ihm wirklich an den Kragen.
Das Buch liest sich gut. Der Autor schreibt sehr fantasievoll. Er lässt sich allerhand einfallen und verwandelt einen Freizeitpark in ein unvorstellbar groteskes Horrorkabinett. Eine Nebenwirkung des Buches könnte also eine heftige Gänsehaut beim Leser sein. Für schwache Nerven ist das nichts.