Oskar Schell ist „Erfinder, Goldschmied, Amateur-Entomologe, Frankophiler, Veganer, Origamist, Computer-Spezialist, Sammler“ und noch vieles mehr. So steht es auf seiner Visitenkarte, doch Oskar ist ein Kind. Und Oskar ist traurig. Bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 hat er seinen Vater verloren.
Oskar macht sich auf die Suche.
Beim Durchwühlen des Nachlasses seines Vaters findet Oskar einen Schlüssel und begibt sich nun auf die Suche nach der Tür, zu welcher der Schlüssel passen könnte. Foer erhellt dabei die Biogaphie seiner Helden: der Großvater erinnert sich nach dem Bombenanschlag von New York an die Erlebnisse des zweiten Weltkrieges und der Zerstörung Dresdens. Oskar arbeitet das Geschehene auf und bastelt sich schließlich seine eigene Realität.
Der Stil vonExtrem laut und unglaublich nah erinnert stark an den des Debütromans FoersAlles ist erleuchtet. In beiden Büchern macht sich der Erzähler auf die Reise zu seinen Wurzeln.
„Extrem laut und unglaublich nah ist eingefühlsstarkes, trauriges und zugleich komisches Buch. Mag man den Schreibstil Foers, so wird man seine Freude haben.
Wer Foer zum ersten Mal liest wird sicher mit dem etwas sprunghaften, verschachtelten Erzählstil zu kämpfen haben.
Foer will sehr viel in seinem Buch; den 11. September erlebbar machen- verarbeiten, gleichzeitig eine Verknüpfung zu anderen Grausamkeiten der menschlichen Geschichte bilden.
Für denjenigen, der sich auf das Buch einlassen kann wird es sicherlich ein Erlebnis sein.
Und auch für das Auge ist „Extrem laut und unglaublich nah“ etwas Besonderes: Schwarz-Weiß-Photographien, Textdruckveränderungen und einem Daumenkino am Ende- alles im Einklang mit den Erlebnissen und Vorstellungen des kleinen Oskars.
Jonathan Safran Foer Extrem laut und unglaublich nah Übersetzt von Henning Ahrens Kiepenheuer & Witsch, August 2005 432 Seiten, EUR 22,90 ISBN: 3462036076