SEK-Ermittler May schmeißt den Job nach einem verpatzten Einsatz. In der Kur, wo er versucht, sich von dem traumatischen Selbstmord seines Partners zu erholen, trifft er auf den jungen Soldaten Tim Sanders. Ein Photo von dessen zauberhafter Frau Julia bringt beide Männer zum Träumen. Doch als May Julia das erste Mal von Angesicht zu Angesicht sieht, ist die junge Frau bereits tot.
Bereits in seinem ersten Job bei der Kriminalpolizei wird May mit den düsteren Seiten des Lebens konfroniert. Von seinen neuen Kollegen wird der ehemalige SEK-Mann nicht gerade mit offenen Armen begrüßt. Seine Chefin Ela hält ihn für einen hirnlosen Rambo und stellt ihm außgerechnet den Mann als neuen Partner an die Seite, der eigentlich auf Mays Posten gezählt hatte. Und auch sein erster Fall hat es in sich: May jagt einen sadistischen Killer, der eigentlich als Prostituiertenschlitzer bekannt ist. Doch warum ist sein jüngstes Opfer ausgerechnet die zauberhafte, glücklich verheiratete Julia Sanders mit ihren unschuldigen Träumen von einer Schauspielkarriere?
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Ähnlich wie in Mankells Wallander-Romanen steht in Purpurland nicht der einsame Ermittler mit der Waffe in der Faust und dem coolen Spruch auf den Lippen im Vordergrund, sondern die Polizeiarbeit mit ihren Klüngeleien, Querelen und kleinen Ermittlungserfolgen. Ob es nun die Einsatzleiterin ist, die eine Affaire mit ihrem Chef hat oder die kleinen Gefallen, die sich Polizei und Milieu gegenseitig zuschustern, allem haftet ein wenig die Atmophäre des Schäbigen an. Eckert entführt seine Leser in eine Welt, in der das Außergewöhnliche keinen Platz hat. Der Leser kann sich gut vorstellen, dass so die Wirklichkeit aussehen könnte. Zu dem glaubhaften Hintergrund gesellt sich eine flüssig erzählte, realistisch wirkende Handlung, die langsam aber sicher der Desillusionierung seines Protagonisten entgegensteuert. Am Ende bleibt von den Träumen von Ruhm und Liebe nur der Beginn einer etwas sonderbaren Freundschaft.
Fazit: Straffer, gut recherchierter Polizei-Thriller
Über den Autor:
Horst Eckert wurde 1959 in Weiden (Oberpfalz) geboren. Er studierte in Erlangen und Berlin Politische Wissenschaft. Seit 1987 lebt er in Düsseldorf.
Der Thriller 'Aufgeputscht' (1997) wurde 1998 von der Raymond-Chandler-Gesellschaft mit dem "Marlowe" für den besten deutschsprachigen Kriminalroman des Jahres 1997 ausgezeichnet. 'Aufgeputscht' war zudem für den Friedrich-Glauser-Preis 1998 nominiert. 'Die Zwillingsfalle' (2000) wurde mit dem Friedrich-Glauser-Preis 2001 für den besten deutschsprachigen Kriminalroman des Jahres 2000 ausgezeichnet.
Weitere Informationen zum Autor und seinen Kriminalromanen unter www.horst-eckert.de
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