Dass etwas nicht in Ordnung ist, merken die Tiere zuerst. Tatsächlich treiben Fremde ihr Unwesen auf dem Hof. Sachsen machen Cornwall unsicher. Gwyn ist klar, er muss in den Wald fliehen, um seinen Verfolgern zu entkommen. Er ist im Vorteil, kennt er sich doch in der Gegend aus. Zeit sich Gedanken darüber zu machen, wo seine Familie ist, hat er jedoch nicht.
Einen der Männer verletzt er mit einem gezielten Wurf mit seiner Steinschleuder. Doch er muss mehr tun, denn, so stellt er mit Schrecken fest, die Sachsen haben seine Schwester Muriel in der Gewalt. In letzter Sekunde kommt Humbert von Llanwick zu Hilfe. Er ist ein erfahrener Ritter. Schließlich können sich alle in einer Höhle in Sicherheit bringen, wo der Vater und der Bruder Gwyns schon besorgt ausharren.
Da Herzog Baldur sich mit seinem Gefolge nach Gallien abgesetzt hat, ist ganz Cornwall den Sachsen schutzlos ausgeliefert. Gwyn glaubt, dass jetzt die rechte Zeit gekommen ist, um den Hof seines Vaters zu verlassen. Davon träumt der Junge schon lange. Wie es der Zufall will, trifft er unterwegs auf Sir Humbert. Gwyn erzählt ihm, dass er Ritter werden möchte und bietet sich als Knappe an.
Sir Humbert erzählt ihm von Camelot, König Artur und den Rittern der Tafelrunde. Es ist kein Märchen, dass es sie noch gibt. Sir Humbert will Gwyn nach Camelot begleiten. Eine viertägige Reise steht bevor. Unterwegs in einer Schankstube treffen die beiden auf drei Männer. Sir Humbert sieht sich in großer Gefahr. Von nun an müssen beide getrennt weiterreisen. Doch schon in der Nacht, wird der Ritter entführt. Und da die Entführer keinen Zeugen gebrauchen können, soll auch Gwyn aus dem Weg geräumt werden. Allerdings werden sie seiner nicht habhaft.
Gwyn ist nur Pegasus, des Ritters Pferd, geblieben. Zusammen verfolgen sie die Spuren. Doch als sich diese verlieren, bleibt Gwyn nichts anderes übrig, als einen neuen Plan zu schmieden. Er macht sich auf nach Camelot. Es ist nicht leicht, in die Festung hineinzukommen. Und doch bekommt er unerwartet Hilfe und schafft es. Die Nachricht, die Gwyn überbringt, beunruhigt König Artur. Humbert von Llanwick muss unbedingt gefunden werden. Er soll einige Seiten aus einem Buch besitzen, das den Weg zum Heiligen Gral weist. König Artur und seine Ritter suchen schon seit Jahrzehnten danach.
"Der Weg nach Camelot" ist der erste Band eines mehrteiligen Abenteuers und ein wirklich guter Einstig. Gwyn lebt als Bauernjunge auf dem Hof seines Vaters, als die Geschichte beginnt. Über seine verstorbene Mutter weiß er nichts. Und doch ist seine Herkunft von Wichtigkeit. Sein Leben scheint vorbestimmt. Er wird in die Gemeinschaft der Knappen aufgenommen, obwohl er nicht von Adel ist. Gwyn trägt ein geheimnisvolles Medaillon. Er ist auserwählt, eine alte Prophezeiung zu erfüllen. Die Geschichte lebt von alten Mythen, wird dadurch selbst mysteriös und abenteuerlich. Gwyn ist eine Person, der man sehr gerne folgt. Er ist kein unbesiegbarer Held. Aber er ist blitzgescheit und gewitzt und das lässt ihn so manche hoffnungslose Situation meistern. Auch die anderen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet.
Der Autor hält die Spannung hoch und überrascht den Leser immer wieder mit interessanten Wendungen. Nur nach und werden die Hintergründe offengelegt und dem Leser wird offenbart, um was es wirklich geht. Faszinierend sind auch die Schauplätze an denen die Geschichte spielt, beispielsweise die weitläufige Burg. Dazu kommt, dass die Geschichte sich wunderbar liest. Der Autor schreibt mit viel Humor und Sinn für Abenteuer und Romantik. Auf den nächsten Band darf man also gespannt sein.
Peter Schwindt Gwydion - Der Weg nach Camelot Ravensburger Buchverlag, Februar 2006
320 Seiten, gebunden, EUR 14,95
ab 11 Jahren
ISBN 3473344796