Bienal Internacional do Livro in São Paulo schließt mit Rekordzahlen Großes Interesse für europäischen Gemeinschaftsstand
Die Bienal Internacional do Livro de São Paulo (9. bis 19. März) endete mit Rekordzahlen: 320 Aussteller auf 57.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche (2004: 45.000) zogen laut offizieller Statistik 800.000 Besucher an. An den Wochenenden begrüßte die Bienale täglich 100.000 Menschen, die trotz schwerer Regenfälle und kilometerlanger Autoschlangen den Weg auf die Messe fanden. Veranstaltungsort der Bienale war erstmals das größte Ausstellungsgelände Lateinamerikas, der Parque Anhembi.
Unter dem Motto „Cultural Diversity in Europe” präsentierten sich vier europäische Länder an einem Gemeinschaftsstand auf der Buchbienale São Paulo und trugen entscheidend zum internationalen Bücherangebot bei: Deutschland, Frankreich, Polen und Griechenland zeigten mehr als 2.500 Titel ihrer neusten Buchproduktion auf 207 Quadratmetern. Zahlreiche Besucher nutzten den von der Europäischen Union und den jeweiligen Außenministerien finanzierten Stand als Anlaufstelle zum Austausch über Europa und zu Gesprächen über die Märkte der europäischen Länder.
Auf dem deutschen Areal, organisiert von der Frankfurter Buchmesse, waren rund 570 Bücher aus 185 Verlagen zu sehen. Anlässlich der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft stieß die umfangreiche Fußballkollektion „Heimvorteil” im Land der amtierenden Weltmeister auf besonders großes Interesse. Auch die Kollektionen „Mozart Forever!” zu Ehren des 250. Geburtstages des Komponisten sowie die Kinderbücher zogen viele Besucher an. Fachbesucher interessierten sich besonders für die literarischen Neuerscheinungen und die Nominierungen für den Deutschen Buchpreis, für Kinderbücher sowie für die „Schönsten Bücher”, die für ihre künstlerische Qualität ausgezeichnet sind. Wie bereits in den Vorjahren verkaufte die deutsche Buchhandlung Livraria Revisal während der gesamten Messezeit deutsche Bücher am Stand.
Der von der Frankfurter Buchmesse organisierte Workshop zum Thema Lizenzhandel zwischen Deutschland und Brasilien stieß bei Verlegern und Agenten auf großes Interesse. Teilnehmer des Roundtable waren Literaturagentin Karin Schindler aus São Paulo, Verleger Angel Bojadsen, (Ed. Estação Liberdade) und Verlegerin Luciana Villas Boas (Ed. Record, Rio die Janeiro). Moderiert wurde der Workshop von der deutschen Literaturagentin Ray-Guede Mertin. Eine Podiumsdiskussion der Frankfurter Buchmesse in Kooperation mit dem Goethe-Institut São Paulo analysierte den deutsch-brasilianischen Literaturaustausch anhand von Übersetzungen der vergangenen Jahre.
Brasilien ist mit 108 Lizenzen im Jahr 2004 Deutschlands zweitwichtigster Lizenzabnehmer auf dem amerikanischen Kontinent (nach den USA mit 175 Lizenzen). Fehlende Sprachkenntnisse und hohe Übersetzungskosten stehen zwar einem intensiveren Lizenzhandel mit Deutschland noch im Wege, doch Bestseller wie Daniels Kehlmanns „Vermessung der Welt” finden ihren Weg schnell in den brasilianischen Markt.