spacer
spacer
Logo



 
Hauptmenü
Startseite
Suche
Buch
Hörbuch
Film zum Buch
Vorschau
Videos
Magazin & Interviews
Autoren
Verlage
Forum
News
Service
Branchenbuch
Extras
Shop
Newsletter
Mediadaten/Werbung
Impressum
Newsletter
Wöchentliche Buchtipps, Buchpakete gewinnen & Neuigkeiten - Hier abonnieren

Hinweise zum Newsletterversand
Zu Google hinzufügen
Fügen Sie die literature.de-Rezensionen zu iGoogle hinzu
 

Startseite arrow Buch arrow Das dunkle Spiel

Das dunkle Spiel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Désirée Drothen, am 10-03-2006 00:00
Editorbewertung Keine Bewertung
Durchschnittliche Benutzerbewertung Keine Bewertung
Favoriten 17

dasdunklespiel.jpgGeheimloge in Wien: Das dunkle Spiel

Das Wien der Jahrhundertwende war erfüllt von den großen Geistern der Zeit. Hier tummelten sich Wissenschaftler wie Sigmund Freud und bahnbrechende Künstler wie Gustav Mahler und Arthur Schnitzler. Doch war die Zeit der Belle Epoque ebenso geprägt von dem sich immer weiter verbreitenden Antisemitismus, der eben jenen großen Geistern das Leben in Wien erschwerte. Genau an dieser Stelle setzt C.S. Mahrendorffs Roman Das dunkle Spielan, der sich als eine Mischung aus Fiktion und Fakten verstanden wissen will.

Seit mehreren Jahren operiert in Wien eine Geheimloge, die sich selbst „Die schwarze Hand“ nennt. Ziel dieser Organisation ist es, die jüdischen Mitbürger, besonders jene, welche eine bedeutende Stellung innerhalb der gehobenen Wiener Gesellschaft bekleiden, aus dem kulturellen Leben und am besten gleich aus dem Land zu vertreiben.

Der Nervenarzt Dr. Leonhard Heydinger hatte bereits vor einiger Zeit zusammen mit dem Hof- und Geheimrat des k.u.k. des Innenministeriums Graf Rheinsperg versucht, den Mitgliedern auf die Schliche zu kommen, jedoch ohne Erfolg. Aber jetzt scheint die Geheimloge wieder aktiv geworden zu sein. Berühmtestes Opfer dieser antisemitischen Verschwörung ist der bekannte Direktor der Wiener Hofoper, Gustav Mahler, der bereits durch seine zahlreichen Engagements außerhalb der Hofoper in die öffentliche Kritik geraten ist, und das, obwohl die Opernaufführungen so gefragt sind wie sie es seit langer Zeit nicht mehr waren. Mahler, der als Querdenker bekannt ist und innerhalb der Gesellschaft häufig durch seine Eigenarten auffällt, misst den Drohbriefen, die die Loge ihm zukommen lässt, keine Bedeutung bei und wirft sie achtlos in den Müll, doch bleibt er nicht von den düsteren Intrigen der Organisation verschont. Die Kassenbücher der Hofoper verschwinden und man versucht Mahler ein Verhältnis zu einer seiner Sängerinnen anzudichten. Heydinger, der ein Freund und Bewunderer Mahlers ist und durch die Sängerin von den Drohbriefen erfahren hat, erkennt jedoch die Gefahr und nimmt erneut, wiederum mit Hilfe Rheinspergs, die Ermittlungen auf, die diesmal sehr viel versprechend anlaufen.

Schließlich gibt Mahler auf und geht vorübergehend nach Amerika, wo er ein verlockendes Angebot erhalten hat. Doch auch nach seiner Rückkehr haben sich die Verhältnisse in Wien nicht gebessert. Mahler zieht sich zurück und erkrankt schwer.

Während der gesamten Handlungszeit muss Heydinger sich zusätzlich mit dem Gedanken anfreunden, dass seine ehemalige Freundin heiratet und Wien für immer verlassen wird.

Obwohl der Titel nahe legt, dass es sich bei dem Roman vordergründig um einen Kriminalroman handelt, scheint Das dunkle Spiel eher eine Mischung aus einer Art Künstlerbiographie, Kriminalroman und einer Liebesgeschichte zu sein.

Der Blick auf die Biographie des Ehepaares Mahler, speziell auf das Leben und Schaffen des Komponisten, ist sehr detailliert und somit wirklich lesenswert und interessant. Ergänzt werden diese Fakten um die historisch nicht belegte Geheimorganisation „Die schwarze Hand“, die den Lebensweg und auch das Ende des Komponisten im Roman maßgeblich mitbestimmt. Der sich hier anknüpfende Kriminalfall bietet jedoch keinerlei Spannung, richtige Ermittlungen und heiße Spuren kommen erst ganz zum Schluss auf und können auch keinerlei Spannung mehr erzeugen. Der gesamte Handlungszeitraum wird so sehr in die Länge gezogen, dass man stellenweise dazu neigt, die Geheimloge ganz zu vergessen. Und auch die Auflösung des Falls am Ende des Romans ist keineswegs so überraschend, wie es dem Protagonisten erscheint.

Die unglückliche Liebe, die das Gefühlsleben Heydingers aufwühlt, erscheint leider ziemlich fehl am Platze und lenkt den Leser von der eigentlichen Handlungsebene, der Geschichte rund um die Familie Mahler, ab.

Insgesamt erscheint Mahrendorffs Roman eher ein Lob Gustav Mahlers, seines Lebens und seiner Werke zu sein.

Fazit: Als Einstieg in Leben und Werk des Komponisten Gustav Mahler ist der Roman schon zu empfehlen, doch wer hier Spannung erwartet wird enttäuscht, denn genau wie „Die schwarze Hand“ im Dunkeln operiert, so verbirgt sich auch die Spannung in diesem Roman weitgehend im Dunkeln.

C.S. Mahrendorff
Das dunkle Spiel
Bastei Lübbe
Taschenbuch, 507 Seiten, EUR 9,95
ISBN: 3-404-92197-6 

Hier bestellen:



Letztes Update: 13-03-2006 11:01

Veröffentlicht in : Buch, Belletristik
Schlüsselworte : mahrendorff, das dunkle spiel, gustav mahler, mahler, jahrhudertwende
Artikel zitieren Zu meinen Favoriten hinzufügen An Freund senden Ähnliche Themen

Benutzerkommentare (0) RSS feed Kommentar
Nur registrierte Benutzer können einen Artikel kommentieren. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.

Keine Kommentare vorhanden

Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu



mXcomment 1.0.6 © 2007-2008 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
< Zurück   Weiter >
spacer
Suche
Anzeige
Anmeldung
Warum anmelden?
Mehr erfahren...
Statistik

9.406 Rezensionen, 1.534 Autorenporträts,  1.954 Clubmitglieder, uvm.

Wer ist Online
Aktuell sind 670 Gäste online
Ähnliche Themen
Forum
Anzeige
tchibo.de
RSS-Feeds


Hörbücher hier herunterladen!

Impressum  |  Kontakt  |  AGB  |  Blog  |  FAQ  |  Werben auf literature.de  |  Presse  |  Jobs  |  RSS-Feeds

Partner: frueherlesen | blaetterrauschen | Zu Google hinzufügen

© 1998-2008 literature.de - literaturschau-mediendienst und content-newmedia.de  |  litstats

Alle Rechte vorbehalten - kein Teil der Inhalte darf auf anderen Seiten / in anderen Medien ohne Zustimmung von literature.de verwendet werden!

Empfehlungen:

spacer