Dara ist neunzehn, schön, verwöhnt und der Abgott ihres Vaters. Als sie verschwindet, klammert er sich verzweifelt an die Hoffnung, sie könne noch leben. Doch dann wird eine Leiche ans Ufer gespült, und die Gewissheit wächst, dass es zumindest einen Menschen gab, der Dara genugt hasste, um sie zu ermorden.
Auch nach drei Jahren kommt der Fall Dara Prince nicht zur Ruhe, denn immer wieder erhält der verzweifelte Vater Postkarten, die mit D. unterzeichnet sind. Für ihn sind sie ein vager Hoffnungsschimmer, für sein vernünftiges Mündel Christine ein grausamer Scherz. Der Fund einer Mädchenleiche reißt alte Wunden auf und ruft den gutaussehenden Deputy Winter auf den Plan. Er sieht sich mit einer eng verflochtenen Gruppe von Menschen konfrontiert, die alle engsten Anteil an Daras Schicksal hatten. Außer Vater und Stiefmutter sind da Christine und ihr zurückgebliebener Bruder und ihr Ex-Verlobter. Dann taucht plötzlich Daras Tagebuch auf und die schockierte Öffentlichkeit erhält Einblick in Daras Liebesleben - und das war alles andere als monogam. Und dass Winter mehr und mehr den ungekünstelten Reizen Christines zu erliegen droht, macht seine Ermittlungen nicht gerade leichter, aber um vieles angenehmer.
Frag nicht nach ihr ist ein beinahe altmodischer Krimi, der den Leser an die guten alten Zeiten von Edgar Wallace und Agatha Christie denken lässt. Fiese Morde und Mordversuche, heimliche Liebhaber und unheimliche Anrufe verschmelzen zu einem routinierten Spannungsbogen, der die Aufmerksamkeit des Lesers bis zum Schluss zu fesseln vermag. Insbesondere die liebevoll und lebendig gezeichneten Randfiguren machen den Roman zu einem Lesevergnügen, das getrost auf reißerische Mittel verzichten kann. Zwar gibt es den einen oder anderen logischen Bruch und auch das absehbare Happy-End schreibt nicht unbedingt Literaturgeschichte, doch wer solide Spannung und vergnügliches Rätselraten schätzt, der ist mit Carlene Thompsons neuem Roman bestens bedient.
Fazit: Für Hobby-Detektive und Couch-Cops bestens geeignet