Erstaunliche Bekannte hat dieser Ich-Erzähler: Den Altenpfleger, der seinen Schützlingen zur ewigen Ruhe verhilft, Männer die ihre Frauen, Frauen, die ihre Männer auf dem Gewissen haben. Ach ja, ein kleiner Tipp noch: Die Nachahmung in der eigenen Familie wird nur in Ausnahmefällen empfohlen.
Der Untertitel dieser bösen kleinen Kurzgeschichtensammlung lautet: Wie man lästige Verwandte los wird, aber die Zielpersonen von Dietmar Bittrich sind nicht auf die liebe Familie beschränkt: Machos töten ihre Chefinnen, alte Damen meucheln ihre Wohltäter… der Bosheit und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Die knapp dreißig Geschichten über die Abgründe der menschlichen Seele sind für alle die Leser geeignet, die Spaß an ein bisschen Schadenfreude haben. Sie sind lakonisch geschrieben, und die Sympathien liegen eindeutig auf der Seite der Mörder. Noch ein kleiner Serviertipp für diese schwarzen Appetithäppchen: Da sich der Ablauf dieser Mordphantasien aber - sprachlich wie inhaltlich - bisweilen gleicht, macht es mehr Spaß, sie in kleinen Dosen zu lesen und zu genießen.
Fazit: Erlaubt ist, was weh tut
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Dietmar Bittrich Der tödliche Rasierspiegel Hoffmann und Campe 180 Seiten, EUR 14,90 ISBN 3-455-00385-0