Die Sonderermittler des BKK Grosch und Passfeller sind einem besonders heißen Fall auf der Spur: Ist der distinguierte Mittfünfziger, der jetzt in der geschlossenen Abteilung vor sich hin vegetiert, ein gemeingefährlicher Kirchenschänder oder ist er tatsächlich der Leibhaftige? Und wenn nicht, wie kann ein Mensch an zwei Orten gleichzeitig sein? Wie gut, dass in einer verrückten Welt unsere beiden Ermittler die Fackel der Wahrheit oben tragen - oder doch wenigstens auf Halbmast.
Der verrückte Ex-Pfarrer und Sterbehelfer Blaschke ist seltsame Vögel gewöhnt - schließlich ist er selber einer. Doch dass ein Mann mitten in der Kirche Sex hat und dann die Kirche in Flammen aufgehen lässt, hat er noch nie gesehen. Tatsächlich ist es das letzte, was er sieht. Die spektakuläre Gewalttat ruft die Sonderermittler Grosch und Passfeller auf den Plan, deren Aufgabe in der Aufklärung des Okkulten und Mysteriösen besteht. Ihre Abteilung ist so geheim, dass sie manchmal selber nicht wissen, was sie tun.
Die feurige Spur führt in die Irrenanstalt von Alzey, und dort beginnen die Probleme erst wirklich, denn der mutmaßliche Teufel Blakow scheint über besondere Kräfte zu verfügen, von denen das heimliche Verlassen seiner Zelle noch das geringste ist. Während Grosch und Passfeller diesem Rätsel noch nachspüren, passieren weitere Morde - ein Junkie, ein Polizist, ein Dackel fallen in rasanter Folge dem Fluch zum Opfer. Und dann ist da noch die größte Plage von allen, die hochmotivierte Journalistin Bierfinger mit ihrem gemeingefährlichen Diktiergerät und ihrem Hang zu haarsträubenden Verschwörungstheorieren.
Obwohl Der Luzifer-Plan alles hat, was ein okkulter Krimi braucht, ist er vor allem eins: Eine Groteske. Grosch und Plassmann treffen nicht nur in der Klappse auf Zeigenossen, die so herrlich überspitzt und absurd sind, dass man ihnen an guten Tagen selber gegegnen möchte, darunter der schwule Polizist Giesolf Mofan und sein Freund Tischdecker, die keine Gelegenheit verstreichen lassen, um fröhlich auf ihre sexuellen Neigungen hinzuweisen und Ludovico, Groschs ehemaliger Professor, der mit seinem pikanten Bohnenburger noch jeden das Fürchten gelehrt hat. Zum Glück gelingt es den Autoren fast durchgehend, die Grenze zwischen Absurdem und Albernen zu ihren Gunsten zu entscheiden. Das liegt vor allem an der zugrundeliegenden soliden Krimihandlung, die sogar durch ein actionreiches Finale und ein bisschen poetische Gerechtigkeit gekrönt wird. Und natürlich liegt es an den beiden Ermittlern, die inmitten der Verrücktheiten ihrer Mitmenschen klaren Kopf bewahren. Fast immer jedenfalls, denn Groschs größter Traum ist es, einmal einen Park zu verspeisen.
Fazit: Aufgepasst - hier regiert der absolute Wahnsinn