Die simple Kunst, einen Bestseller zu verfassen : Schreib den verd... Roman
Wollten Sie schon immer einen Bestseller verfassen? Aber den gängigen Schreibratgabern mißtrauen Sie? Hier ist endlich Abhilfe: Stephan Waldscheidts Antischreibratgeber zeigt, warum man alles ganz anders machen soll. Zum Brüllen komisch nimmt er Autoren, Texte und Ratgeber auf die Schippe.
» Die Charaktere, die Figuren, die Personen, so liest man allerorten, seien das, was einen verdammten Roman ausmacht. Viele Autoren begehen hier den entscheidenden Fehler: Sie gestalten ihre Figuren zu stark, zu tiefgründig und unverwechselbar - mit dem Ergebnis, dass sich einhundert Jahre später jeder noch an, sagen wir, Don Quichotte erinnert, aber kein Cochino noch an Cervantes. Wer das ist? Sehen Sie!«
Schreibratgeber gibt es viele. Aber wer kennt schon einen Antischreibratgeber? Diese Lücke füllt Stephan Waldscheidt endlich. Wer immer schon wissen wollte, warum man möglichst nicht schreiben soll und wenn doch, wie, findet hier Rat und Hilfe. 25 Grundregeln für den Abschied vom Stil finden sich ebenso, wie die bewegende Klage „Ach Barkeeper, meine Leser verstehen mich nicht!“. Wussten Sie schon, wann der Zahn der Zeit ins Fettnäpfchen tritt? Sehen Sie, deshalb brauchen Sie dieses Buch!
Doch auch in praktischen Fragen, die bisher kein Schreibratgeber zu stellen wagte, weiß dieses Buch Rat. „Der peinlichste Moment im Leben der Jungautorin Rina Eder aus Dolchau: Als sie gerade ihre Tochter Sophie wickeln wollte, fand sie statt der letzten frischen Windel nur ihr neues Manuskript. Doch was hatte sie dann an dtv geschickt?“
Stephan Waldscheidt hat ein brüllend komisches Buch über das Schreiben verfasst, aber gerade deshalb sollte man es ernst nehmen. Denn nichts prägt sich besser ein, als schlechte Beispiele, insbesondere witzige. Wer von all den ernsten, zeigefingerwackelnden Ratgeber genug hat, wird hier fündig. Pedanten, die lange Sätze, Partizipien und die perfekten Plusuqamperfekt benutzenden Satzbauten immer schon geliebt haben wollend verteidigt hatten, sollten dringend die Finger davon lassen, ebenso die, die ihren Roman für das Nonplusultra der Literaturgeschichte halten und erst recht diejenigen, die Schreibratgeber wie die Bibel und den Koran (gepriesen sei Frey!) mit Ehrfurcht lesen möchten.
Fazit: Für alle, die schreiben, ein Muss! Und auch mancher, der das nicht tut, wird sich köstlich amüsieren.
Stephan Waldscheidt Schreib den verd... Roman Antiratgeber
Uschtrin, Februar 2006
gebunden, 220 Seiten, Euro 21,00
ISBN 3932522044