Auswärtiges Amt und PRO HELVETIA
fördern weiterhin Entdeckungen aus den Literaturen des Südens Übersetzungen aus den Literaturen des Südens der Welt
werden auch weiterhin vom Auswärtigen Amt und der Schweizer Kulturstiftung PRO
HELVETIA gefördert. Trotz vom Auswärtigen Amt erstmalig leicht gekürzter Mittel
konnten im Januar zwölf Zuschüsse für literarische Entdeckungen von der
Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika
bewilligt werden. Die Gesellschaft wird von der Frankfurter Buchmesse und dem
Evangelischen Entwicklungsdienst mitgetragen.
Sieben der neuen
Übersetzungsvorhaben sind literarische Entdeckungen. Aus der islamisch geprägten
Welt zählen dazu die Romanautorin Oka Rusmini (Indonesien) sowie die
Erfolgsautorin Zoya Pirzad (Iran), die beide einen intimen Blick auf
Frauenschicksale in ihrer Heimat bieten. Mit dem Romanautor Habib Selmi
(Tunesien), der einen Roman voller Geschichten alter Männer vorgelegt hat, und
der Lyriker Said al-Rahbi (Oman) werden ebenfalls wichtige Stimmen deutschen
Lesern zugänglich gemacht. Auch der Romanautor Antonio Dal Masetto (Argentinien)
mit einem eher burlesken Krimi, das Multitalent Ondjaki (Angola) mit einem
ironisch-kritischen Alltagsroman über das heikle Leben in Luanda sowie die
Autorin Manushree Thapa (Nepal) mit einem historischen Roman über politische
Auseinandersetzungen in ihrer Heimat werden erstmals hier zu Lande präsentiert.
Die Förderung gilt nicht nur
literarischen Entdeckungen, sondern auch verlegerischem Engagement. So werden
literarisch herausragende Bücher von Autorinnen und Autoren unterstützt, die
bereits mit einer oder mehreren Übersetzungen im Deutschen vorliegen. Abdulrazak
Gurnah (Tanzania) mit einem neuen Roman gehört ebenso dazu wie der Romanautor
César Aira (Argentinien), Gamal al-Ghitani (Ägypten) mit einem literarisch
anspruchsvollen Text über den ägyptischen Mythos der Pyramiden, der Romanautor
Kiran Nagarkar (Indien) mit einer für unsere Zeiten höchst aktuellen und
umfangreichen Fabel und der Autor Tomás González (Kolumbien) mit einem Roman
über den Versuch, ein anderes Leben zu leben.
Seit 1984 hat das in Europa
einzigartige Programm fast 500 Übersetzungen auf den Weg gebracht. Gefördert
wurden dabei vornehmlich Werke von Autorinnen und Autoren, die bisher gar nicht
oder nur unzureichend in deutscher Übersetzung vorlagen, sowie Werke aus
Ländern, deren Literatur kaum auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vertreten war.
Besonderes Augenmerk gilt dabei seit langem der Arabischen Welt, die 2004
Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war. 124 der in dem Programm geförderten
Titel waren Übersetzungen von Autorinnen und Autoren aus der arabischen Welt,
zwei Drittel davon Übersetzungen aus dem Arabischen.
Die Gesellschaft zur Förderung der
Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die seit 1980 wichtige Literatur
des Südens vermittelt und fördert, nimmt bis zum 1. April 2006 neue Anträge
entgegen.
Kontakt und Information
Gesellschaft zur Förderung der
Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, www.litprom.de, Peter Ripken, Tel. +49 (0) 69 2102-247, E-Mail: