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30. Todestag von Agatha Christie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Redaktion, am 11-01-2006 16:10
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Agatha Christie30. Todestag von Agatha Christie

Ihre zeitlosen Geschichten von Mord, Verbrechen und Betrug finden auch dreißig Jahre nach ihrem Tod ein immer neues Publikum. Ihre Romane erreichen Millionenauflagen, ihre Theaterstücke werden ununterbrochen aufgeführt und die Verfilmungen ihrer Werke sind zu Klassikern geworden. Agatha Christie schafft es, wie keine andere Autorin zu fesseln und zu unterhalten.

53 Jahre lang erfand Agatha Christie immer wieder lebendige Figuren, die ihre unverwechselbaren Geschichten bevölkern. Hercule Poirot und Miss Marple sind aus der Kriminalliteratur nicht mehr wegzudenken. Aber auch alle anderen Charaktere, die sich zufällig – oder auch mit dunklen Absichten – auf Reisen, in einer Pension oder in dem Dörfchen St. Mary Mead treffen, gehören zu der Welt, die sie mit genauer Beobachtungsgabe und lustvoller Phantasie schuf. Es sind Agatha Christies Menschen mit ihren kleinen Schrullen und ihren großen Passionen, für die sie ein leidenschaftliches Plädoyer hält.

"Eine der Freuden, die das Schreiben von Detektivgeschichten bietet, besteht darin, daß es so viele Arten gibt, die man wählen kann: den heiteren Thriller, höchst vergnüglich zu schreiben; die raffiniert ausgeklügelte Detektivgeschichte mit einer komplizierten Handlung – sie ist technisch interessant, erfordert viel Arbeit, wird aber immer lesenswert sein; und schließlich die Detektivgeschichten, die von einer Art Leidenschaft geprägt sind – von dem leidenschaftlichen Verlangen, dem Unschuldigen zur Seite zu stehen. Denn auf die Unschuldigen, nicht auf die Schuldigen kommt es an."

Agatha Christies Leben war voll mit den Stoffen für ihre Romane und Dramen, ohne dass sie sich selbst inszenieren musste: Liebe, Verlust, Krieg, Reisen, fremde Kulturen, interessante Bekanntschaften – so reich an Ereignissen wie ein Leben nur sein kann. Dass sie ihr Leben liebte und genoss, davon sprechen ihre Werke immer wieder. Und über die größte Freude, über die Liebe zum Leben schreiben zu können, schreibt sie in ihren Memoiren Meine gute alte Zeit:

" Wie traurig es sein wird, wenn ich nicht mehr schreiben kann! Aber ich will nicht unbescheiden sein. Schließlich ist es ein großes Glück, wenn man mit fünfundsiebzig noch imstande ist, Bücher zu schreiben. (...) Ich habe auch die zweite Blüte genossen, die dann beginnt, wenn man das durch Emotionen und mannigfaltige persönliche Beziehungen geprägte Leben beendet und plötzlich - mit fünfzig Jahren etwa – entdeckt, daß sich ein völlig neues Leben vor einem auftut, voll von Dingen, die man studieren, über die man nachdenken und lesen kann. Man stellt fest, daß man gerne Kunstausstellungen, Konzerte und die Oper besucht, und zwar ebenso begeistert wie mit zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren. Eine Zeitlang hat das persönliche Leben alle Kraft beansprucht, aber jetzt kommt eine neue Freiheit, entstehen neue Interessen. Natürlich muß man das zunehmende Alter in Kauf nehmen – man gewöhnt sich daran, daß fast ständig etwas weh tut: Hexenschuß im Kreuz, Rheumatismus im Genick oder Arthritis in den Knien – alle diese Dinge müssen ertragen werden. Doch die Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens ist, glaube ich, in diesen Jahren kraftvoller und tiefgreifender als je zuvor. Ihr ist die leuchtende Wirklichkeit von Träumen zu eigen – und immer noch genieße ich meine Träume mit Freude und Wohlbehagen."

Auch dreißig Jahre nach ihrem Tod ist die Welt der Agatha Christie faszinierend, eine unaufhörlich wachsende Leserschaft beweist das. Agatha Christies Blick auf die Zukunft mag vierzig Jahre her sein, und dennoch spricht er immer wieder Menschen an.

"Wir erleben, so will mir scheinen, den Anbruch einer Zeit des guten Willens. Es läßt uns nicht kalt, wenn wir von Erdbeben hören, von spektakulären Katastrophen. Wir haben den aufrichtigen Wunsch zu helfen. Das ist, meine ich, eine echte Errungenschaft, und sie sollte in eine bestimmte Richtung führen. Nicht gleich – es gibt keine raschen Entwicklungen -, aber die Hoffnung besteht. In jener so oft zitierten Dreiheit – Glaube, Liebe, Hoffnung – schenken wir der dritten Tugend zuweilen recht wenig Beachtung. Vom Glauben könnte man sagen, haben wir fast schon zu viel gehabt – der Glaube kann uns hart, bitter und unversöhnlich machen; man kann ihn auch mißbrauchen. Daß die Liebe das Wesentliche ist, wissen wir in unserem Herzen. Aber wie oft vergessen wir, daß es auch die Hoffnung gibt, wie selten denken wir an die Hoffnung? Wir sind nahe daran zu verzweifeln, uns in die Worte zu flüchten: "Was hat das alles noch für einen Sinn?" Hoffnung ist die Tugend, die wir in der heutigen Zeit mehr als alles andere pflegen sollten."

Agatha Christie war und bleibt die "Queen of Crime".

Im März erscheint im Scherz Verlag:

Dawn B. Sova
Das große Agatha Christie Buch – Ihr Leben und ihre Romane von A–Z
ISBN 3-502-15051-6

Agatha-Christie-Krimipreis:

Am 22. März 2006 findet im Rahmen des Münchner Krimifestivals eine Veranstaltung des Scherz Verlages zu Agatha Christie statt, bei der Sovas Buch vorgestellt wird. Mathew Prichard, der Enkel Agtha Christies wird anwesend sein und über seine Erinnerungen an Agatha Christie sprechen.

(c) Fischerverlage


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Letztes Update: 29-03-2006 14:18

Veröffentlicht in : Autoren Info, Interviews
Schlüsselworte : agatha christie, christie, todestag, hercule poirot, miss marple, paddington
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