Die Neugierde. Ohne sie wäre das Leben wohl nicht halb so spannend. Dieser Satz könnte für Henry Priece - Protagonist aus Michael Connellys Unbekannt verzogen - gelten.
Er, ein unbescholtener Bürger, der als Biochemiker und hoffnungsvoller Unternehmer, mit seinen Forschungen an Computerchips auf Molekularbasis kurz vor einem revolutionären Durchbruch steht, trennt sich von seiner Freundin und zieht in eine neue Wohnung.
Vom ersten Tag an klingelt dort das Telefon: Männerstimmen verlangen Lilly. Lilly, so vermutet Priece ist eine Prostituierte. Eine Vermutung soll es nicht bleiben: Priece wird neugierig und gerät so, völlig unverschuldet, in ein bitterböses und lebensgefährliches Netzwerk von Intrigen und Abenteuern.
Auf eigene Faust versucht er die verschwundene Lilly zu finden und merkt dabei nicht in welche Gefahr er dabei gerät. Michael Connelly ist ein außergewöhnlicher Erzähler- Schema F-Thriller finden sich bei ihm nicht. Dennoch - Stimmen von Fans zufolge- ist "Unbekannt verzogen" eher ein Krimi im klassischen Sinne. Und so treten selbst bei Connelly einige Szenen mit déjá-vu- Erlebnissen auf. Gleichzeitig schlägt Connelly einen für ihn ungewöhnlich hintergründigen Erzählton an, mit dem sich vielleicht gerade seine Fans erst anfreunden müssen.
Kurz gesagt: nur die eigene Neugierde hat Priece in diese Geschichte hineingeritten. Er verstrickt sich in Lügen. Die Sache wird ernst, und er ist sich noch immer nicht bewusst, was abläuft. Als bestimmte Dinge beginnen ihn stutzig machen, ist es bereits zu spät ...
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Michael Connelly Unbekannt verzogen (Originaltitel: Chasing the Dime) Übersetzt von Sepp Leeb Heyne Verlag, München Gebunden, 399 Seiten, EUR 21,00 ISBN 3-453-00081-1