In einer regnerischen Nacht wird Eugenie Davies in London von einem Autofahrer getötet. Ein Unfall ist definitiv auszuschließen: Die Frau wurde frontal angefahren und danach mehrmals absichtlich mit dem Wagen überrollt. Doch was hatte Eugenie Davies so spät am Abend überhaupt in London zu suchen?
Und warum trug sie einen Zettel mit dem Namen genau des Mannes bei sich, der später ihre Leiche findet?
An welchem Punkt ihres tragischen und komplizierten Lebens traf sie auf den Menschen, der schließlich ihren Tod wollte? Gibt es wohlmöglich einen Zusammenhang zwischen diesem Mord und einem berühtem musikalischen Wunderkind, das kurz zuvor so plötzlich wie unerklärlich die Fähigkeit zum Violinspiel verlor?
Für Inspector Thomas Lynley, in dessen Privatleben sich soeben dramatische Veränderungen ankündigen, sind diese Fragen nur der Auftakt zu Ermittlungen, in deren Verlauf er auf einem gefährlich schmalen Grat zwischen persönlicher Loyalität und beruflicher Ehre wandert. Hatte Superintendent Webberly mehr als nur eine freundschaftliche Beziehung zu Eugenie Davies? Warum möchte er die Untersuchungen überwachen?
Betroffen stellen Barbara Havers und Thomas Lynley fest, dass ihr Chef Webberly mehr über die Familie und insbesondere über Eugenie Davies zu wissen scheint als er preisgibt.
Schwer liegt Nie sollst Du vergessen in der Hand. Ein Mammutwerk hat Elizabeth George dieses Mal wieder geschafft. 900 Seiten wollen vom Leser bezwungen werden. Der Einstieg in den Roman gelingt leicht, jedoch machen die zunehmend flacher werdenden Charaktere ein Vorankommen sehr schwer. Tagebucheinträge des Wunderkindes Gideon Davies, die seine Empfindungen schildern, wirken in zunehmendem Maße störend. Die in früheren Romanen so liebevoll gestalteten Figuren von Thomas Lynley und Barbara Havers geraten ins Hintertreffen, sehr schade, wo doch Lynley und seine Frau ersten Nachwuchs erwarten; an Barbaras Stelle tritt in den Ermittlungen Winston Nkata, der mehr und mehr viele Ermittlungsaufgaben übernimmt.