Literarische Entdeckungen aus der Arabischen Welt Auswärtiges Amt und PRO HELVETIA fördern Übersetzungen
Trotz angespannter Kassenlage setzen das Auswärtige Amt und die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia ihr Engagement für literarische Entdeckungen aus dem Süden der Welt fort: Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika im Hause der Frankfurter Buchmesse konnte daher Zuschüsse zu Übersetzungen von 18 belletristischen Werken aus den Literaturen der südlichen Hemisphäre bewilligen. Elf der geförderten Titel stammen von Autoren aus der Arabischen Welt, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2004.
Bei acht der geförderten Übersetzungsvorhaben handelt es sich um die erste Veröffentlichung des jeweiligen Autors in deutscher Sprache. Literarische Entdeckungen für das deutsche Publikum sind der Erzähler Abdulrahaman Rubaie aus dem Irak, die libanesischen Romanautorinnen Zeina B. Ghandour und Iman Humaidan Junis, der ägyptische Kinderbuchautor Tarik A. Bary, die Vietnamesin Monique Truong, der indische Erzähler Paul Zacharia (mit der ersten Übersetzung aus der indischen Regionalsprache Malayalam ins Deutsche) sowie zwei Anthologien mit zeitgenössischer irakischer Lyrik und mit Lyrik aus der Arabischen Welt insgesamt.
Die Förderung gilt aber nicht nur literarischen Entdeckungen, sondern auch verlegerischer Beharrlichkeit. So werden auch literarisch bedeutsame Werke von Autoren unterstützt, die bereits mit einem oder mehreren Werken in deutscher Übersetzung vorliegen. Dazu gehören die beiden Poeten Adonis (Syrien) und Mahmoud Darwish, die als die bedeutendsten Dichter im arabischen Raum angesehen werden, der tunesische Autor Abdelwahab Meddeb, der bislang nur als Romancier und Essayist in Deutschland bekannt war, und die irakische Romanautorin Alia Mamduch.
Seit 1984 hat das in Europa einzigartige Programm mehr als 440 Übersetzungen unterstützt. Gefördert wurden dabei vorrangig Werke von Autorinnen und Autoren, die bisher gar nicht oder nur unzureichend in deutscher Übersetzung vorlagen, sowie Werke aus Ländern, deren Literatur nur unzulänglich auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vertreten ist.
Das in Europa einzigartige Förderprogramm des Auswärtigen Amtes und der Stiftung Pro Helvetia hat seit 1984 mehr als 400 Übersetzungen unterstützt. Gefördert wurden dabei vorrangig Werke von Autoren, die bisher gar nicht oder nur unzureichend in deutscher Übersetzung vorlagen, sowie Werke aus Ländern, deren Literatur nur unzulänglich auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vertreten ist. Besonderes Augenmerk gilt dabei seit langem der Arabischen Welt, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2004. 114 der in dem Programm geförderten Titel waren Übersetzungen von Autoren und Autorinnen aus der arabischen Welt, zwei Drittel davon Übersetzungen aus dem Arabischen.
Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die von der Frankfurter Buchmesse und dem Evangelischen Entwicklungsdienst getragen wird, nimmt bis 1. November 2004 neue Anträge entgegen.
Eine Liste der geförderten Titel mit bibliographischen Informationen finden Sie unter www.litprom.de "Termine & Aktuelles/Meldungen".
Quelle: Frankfurter Buchmesse