Ganz international gibt sich das diesjährige Erlanger Poetenfest, wenn rund 40 Autoren, Publizisten und Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Tschechien und Ungarn zu Lesungen, Gesprächen und Podiumsdiskussionen zusammenkommen. Im Schlossgarten der Universität, im Markgrafentheater und im Redoutensaal dreht sich an vier Tagen, vom 23. bis 26. August, alles um die aktuelle Literatur.
"Mit Blick auf Europa sind die vier international besetzten Podien besonders hervorzuheben", benennt Lisa Pyplat vom Kulturamt der Stadt Erlangen einen Schwerpunkt des Poetenfestes. Zum einen werden Lenka Reinerová, die letzte Deutsch schreibende Pragerin, deren Themen Flucht, Exil und Heimatlosigkeit sind, und Bodo Kirchhoff, der Meister der sezierenden Erzählkunst, der seinen neuen Roman "Parlando" mitbringt, bei Lesungen und Gesprächen porträtiert. Zum anderen bestreiten Leon de Winter aus den Niederlanden, der aus seinem Bestsellerroman "Leo Kaplan" liest, und Péter Esterházy, der große Erneuerer der ungarischen Gegenwartsliterartur, der seinen neu erscheinenden Roman "Harmonia Caelestis" vorstellt, die beiden "Podien International".
In den Reihen "Literatur aktuell", "Das literarische Debüt" und der "Ingeborg-Bachmann-Preis" werden bekannte Schriftsteller und junge, noch unbekannte mit ihren Neuerscheinungen vorgestellt. Das sind Katrin Askan, Peter Bichsel, Hans Christoph Buch, John von Düffel, Jenny Erpenbeck, Sherko Fatah, Michael Lentz, Robert Menasse, Norbert Niemann, Albert Ostermaier, Annette Pehnt, Moritz Rinke, Eginald Schlattner, Leander Scholz, Antje Rávic Strubel, Uwe Timm und Norbert Zähringer. Im "Aktuellen Podium" liest Nike Wagner aus ihrem neuestes Buch "Traumtheater". Im Mittelpunkt der Gesprächspodien stehen der literarische Reporter Hans Christoph Buch, Robert Menasse, der politisch engagierte Essayist aus Österreich, der Deutsch-Rumäne Eginald Schlattner, der erst mit 65 zu schreiben begann, und der Bestsellerautor Uwe Timm.
Noch mehr Literatur bietet das Zusatzprogramm unter anderem bei Literatur "in concert" und einem Auftritt mit Lautpoesie. Ferner ist die Ausstellung "ernst jandl. a komma punkt", eine Hommage an Ernst Jandl in der Städtischen Galerie zu sehen. Auch ist "Netzliteratur" mit Gesprächsrunden, Präsentationen und Lesungen im media.LIT.zentrum vertreten. Zum fränkischen Literaturmarathon werden nach Schätzungen des Kulturamts bis zu 6000 Besucher erwartet.
Zeitplan und weitere Infos
Quelle: mz, für das Web bearbeitet von Sven Trautwein.