Adelina, die Tochter des Apothekers Albert Merten, muss mit ansehen, wie ein alter Mann im Beginenhospital qualvoll stirbt. Der junge Adrian scheint unter derselben Krankheit zu leiden. Auch hier kommt jede Hilfe zu spät. Adelina beunruhigen die unerklärlichen Todesfälle. Sie hegt einen schrecklichen Verdacht.
Ein Buch, ausgeliehen von Magister Arnoldus, bestätigt ihre Vermutung. Alles deutet auf eine Vergiftung mit Schierling hin. Und zu allem Übel lässt der nächste Todesfall nicht lange auf sich warten.
Adelina will der Sache auf den Grund gehen, doch Medicus Niklas Burka, der seit kurzem die kleine Dachkammer, über der Apotheke bewohnt, warnt sie, voreilige Schlüsse zu ziehen. Und auch Schwester Irmingard, die Hospitalsleiterein, glaubt, Adelina habe sich da in etwas verrannt. Ihr Vater ist empört. Er kann der unglaublichen Behauptung seiner Tochter nicht folgen und glaubt nicht an Vergiftungen. Doch Adelina forscht unbeirrt weiter. Sie ahnt eine Verbindung zwischen den Todesfällen und der Absicht des Stadtrates zu Köln, das Beginenhospital schließen zu wollen. Auch wenn ihr der Grund hierfür noch nicht klar ist. Adelina scheint auf der richtigen Spur zu sein. Als sie Tannenzweige für den Weihnachtsschmuck sammelt, wird sie überfallen und noch einmal eindringlich aufgefordert, ihre Neugier zu zügeln. Adelina ist geschockt. Doch weitere Todesfälle und die drohende Schließung des Hospitals kann sie dennoch nicht hinnehmen.
Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut. Die Todesfälle sind sehr mysteriös und Adelinas Verdacht nicht von der Hand zu weisen. Ihr Einsatz für die Kranken ist bewundernswert, doch mit ihren Nachforschungen macht sie sich unbeliebt. Auch die Warnungen des Medicus Burka schlägt sie in den Wind und findet dennoch in ihm einen Verbündeten. Adelina entwickelt sogar Gefühle für ihn, die, so glaubt sie, aber nicht erwidert werden. So spielt auch die Liebe eine Rolle in diesem historischen Roman, der mit viel Feingefühl geschrieben ist. Vom Schreibstil her liest sich das Buch sehr gut. Die Autorin beeindruckt mit vielen historischen Details, beispielsweise des alltäglichen Lebens. Sie erzählt sehr ausführlich und mit Leichtigkeit, lässt ihren Figuren viel Raum, so dass diese sehr glaubwürdig wirken.
Die Geschichte selbst, lässt nicht mehr los. Wer ist der Mörder? Wer vergiftet die armen Kranken und warum? Immer wieder glaubt man Adelina nah am Ziel und doch ist das Ende eine gelungene Überraschung.
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Petra
Schier Tod im Beginenhaus Historischer Roman Rowohlt
Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 347 Seiten, broschiert,
8,90 Euro ISBN 3-499-23947-7