Die Halsbandaffäre um Königin Marie Antoinette : Das Halsband der Königin
Wir schreiben das Jahr 1785. Im Frankreich des Ancien Régime erschaffen zwei Juweliere ein Diamanthalsband, das so kostbar ist, wie kein anderes zuvor. Entgegen der damaligen Gepflogenheiten handelt es sich hierbei um keine Auftragsarbeit, und da die beiden Juweliere ihr Collier nicht nach der aktuellen französischen Mode entworfen haben, ist es schwer, einen Abnehmer zu finden, der an diesem außergewöhnlichen Schmuckstück Gefallen findet und bereit ist, den horrenden Preis dafür zu zahlen. Keiner hätte damit gerechnet, dass dieses Schmuckstück einen so enormen Skandal ins Rollen bringen würde, der das französische Königshaus im wahrsten Sinne des Wortes Kopf und Kragen kosten würde.
Die Juweliere, die ihr eigenes Vermögen in das Collier investiert haben, versuchen der Gemahlin Ludwigs XVI., der für ihre verschwenderische Art verhassten Königin Marie Antoinette, das Collier schmackhaft zu machen, doch gefällt ihr das extravagante Schmuckstück nicht und sie verzichtet dankend.
Unter dem Vorwand, Marie Antoinette wolle das Schmuckstück doch für sich erwerben, dies jedoch vor ihrem Gemahl verheimlichen, ersinnt die Gräfin de La Motte-Valois eine böswillige Intrige, um sich auf diese Weise finanziell zu bereichern. Sie spannt den am Hofe in Ungnade Gefallenen Kardinal Rohan in die vermeintlichen Pläne der Königin ein und bringt den leichtgläubigen dazu, das Collier in seinem Namen zu erwerben, um es anschließend der Königin zukommen zu lassen. Der Kardinal, dem die Gräfin zudem ein intimes Interesse der Königin vorspielt, lässt sich in seiner Verliebtheit auf den Plan ein und erwirbt das Collier, doch fehlen ihm die nötigen Mittel, das Collier zu bezahlen, so dass er mit den Juwelieren eine Ratenzahlung vereinbart. Der Graf de La Motte-Valois setzt sich schließlich mit dem Collier nach England ab.
In Frankreich bricht mittlerweile ein großer Skandal rund um das Königshaus aus, da die Juweliere ihr Geld von der Königin einfordern. Nach und nach lichtet sich das Geheimnis um den betrügerischen Plan der Gräfin de La Motte-Valois und die Schuldige wird zur Rechenschaft gezogen. Doch das Ansehen des Königshauses ist nachhaltig geschädigt.
Antal Szerb widmet sich in seinem 1943 erschienenen Roman, wie auch schon zuvor Goethe und Dumas, der wahren Geschichte eines Schmuckstücks, welchen den größten Skandal am französischen Hofe nach sich zog. Dabei schildert er ausführlich die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Personen, sowie ihre Persönlichkeiten, sodass man die eigentliche Handlung schon mal aus den Augen verliert. Ich hätte mir ehrlich gesagt mehr über den Skandal und seine weitreichenden Folgen gewünscht und nicht so viele, teilweise doch recht überflüssige Informationen über die einzelnen beteiligten und auch unbeteiligten Personen.
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Antal
Szerb Das Halsband der Königin (Originaltitel:
A Királyne Nyaklánca) Aus dem Ungarischen von Alexander Lenard,
Überarbeitet von Ernö und Renate Zeltner dtv Verlag Frankfurt
September 2005 281 Seiten, EUR 9,50 ISBN 3-423-13365-1