Mit gerade fünfundzwanzig Jahren
beschließt ER, der Protagonist des
Romans, einen "Plan" zum Inhalt
seines Daseins zu machen. Dieser
sieht wie folgt aus: Einmal Sex mit
dem ganzen Alphabet. Einige
Buchstaben fehlen noch, also macht
er sich auf die Suche...
Der Plan sieht vor, mit jeweils einer
Frau, deren Anfangsbuchstaben ihm
noch in seiner Sammlung fehlen, zu
schlafen und sich gleichzeitig ihre
Lebensgeschichte zu verinnerlichen,
weil er selbst keine richtige hat.
Seinen Vater lernte er nie kennen und
seine Mutter, eine tablettenabhängige,
einsame Frau, die ihren einzigen Sohn
mehr als ?Projekt? denn als Kind ansah,
hinterließen ihm, neben einem viel zu
stark ausgeprägten Ego, ein Defizit an
emotionaler Bindungsfähigkeit.
Sein gutes Aussehen, er ist blond und
blauäugig, ist ihm eher Fluch als
Segen, denn es ist für ihn ein Leichtes,
Frauen um den Finger zu wickeln. Doch
selbst die knabenhafte Schönheit
schützt ihn letztlich nicht vor einigen
Überraschungen, die die Verwirklichung
des Plans mit sich bringt.
Hey Hey Hey ist ein amüsantes, doch
auch groteskes Buch. Der Protagonist
erzählt aus der Ego-Perspektive, wie er
sich und seine Umwelt wahrnimmt, was
teilweise erschreckende Formen annimmt.
Nicht nur der mitunter vulgäre Sprachgebrauch
oder die Charaktereigenschaften dieses
verdrehten jungen Mannes sind das
bemerkenswerte des Romans, sondern die
Tatsache, dass die Zeilen von einer Frau
verfasst wurden. Die Handlung mag zum
Teil überspitzt klingen, doch wer sich mit
Männern auskennt, sieht sehr rasch einen
Bezug zu reellen Exemplaren.
Kurze Kapitel und ständig wechselnde
Themen und Personen, die der Erzähler
behandelt und beleuchtet, machen das
Buch zu einem äußerst kurzweiligen
Lesevergnügen.
Über die Autorin:
Rebecca Casati lebt seit 1994 in München.
Sie arbeitet dort als Autorin und Kolumnistin
für diverse Zeitungen.
Zusammen mit Moritz von Uslar
veröffentlichte sie "Wie sehen Sie denn aus?",
eine Sammlung von Stilkritiken, ebenso
die Kurzgeschichte "Auenstraße" in der
Anthologie Mesopotamia.