Hort der Kultur, Heimat von Dichtern und Königen, Schauplatz von Dramen, Ziel von Eroberern – kaum eine Stadt hat so viele Höhen und Tiefen erlebt wie Alexandria. Von ihrer Größe aber sind nur Worte geblieben...
Es ist ein ehrgeiziges Projekt, den Zauber und die Eigenart einer Stadt in Worten einfangen zu wollen. Noch ehrgeiziger ist es, zusammen mit der Stadt ihre Geschichte lebendig werden zu lassen. Bei einer Stadt mit der Geschichte Alexandrias ist es fast unmöglich.
Um dem Leser das Bild „seiner“ Stadt möglichst anschaulich vor Augen zu führen, schöpft der Autor aus Quellen, die so wechselhaft sind wie die Stadt selber. Neben den großen Lyrikern und Dramatikern, die in und über Alexandria geschrieben haben, finden sich Postkarten, Photographien und sogar Zugfahrpläne und Preistabellen.
Zeitzeugen aus allen Epochen, Texte aus allen Genres und Stilrichtungen werden herangezogen, um das Bild vollständig zu machen.
Bei so viel Facettenreichtum ist es schade und eigentlich unerklärlich, warum der Leser am Ende doch mit einem Gefühl von Ratlosigkeit zurückbleibt. In diesem Fall ist das Ganze leider nicht mehr als die Summe der Einzelteile sondern genau das: Gedichte, Reiseberichte, Briefe und vieles mehr stehen nebeneinander, zwar chronologisch geordnet, aber dennoch zusammenhangslos. Orte und Ereignisse werden als bekannt vorausgesetzt und stürzen den Unkundigen in Verwirrung.
Alles in allem ist Alexandria – Fata Morgana ein schwer zugängliches Buch, das sich nur dem Leser in seiner ganzen Tiefe erschließt, der bereits einen ersten Einblick in die Geschichte und Kultur der Stadt besitzt. Weniger Weitgereiste werden über den Genuss der einzelnen Texte wahrscheinlich nicht hinauskommen.
Joachim Sartorius (Hrsg.)
Alexandria - Fata Morgana
316 Seiten, mit Abb. und Skizzen
Deutsche Verlags-Anstalt
ISBN 3-421-05497-5
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