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Konstantin Wecker PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Arthur, am 08-04-2002 08:06
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Hier bestellen!Beim Jodeln juckt die Lederhose des Anarchisten Er ist ein Multitalent und ein Querkopf dazu, dieser 1947 in München geborene Konstantin Wecker, der, gewollt und ungewollt, nirgends so richtig einzuordnen ist. Klar, er ist Liedermacher. Eine Schublade jedoch, die ihm nicht gerecht wird. Schon mit dreizehn Jahren unternimmt der in klassischer Musik unterrichtete, frischgebackene Teenager erste Ausreißversuche, um seinem Ideal von einem Leben als freier Dichter gerecht zu werden, ein Unterfangen, das er jedoch auf ein paar Jahre später verlegen muss. Anfang der Siebziger hat es Wecker nicht nur mit einem Philosophie – Psychologie Studium zu tun, er arbeitet als Pianist und Arrangeur in diversen Tonstudios und macht seine ersten schauspielerischen Gehversuche in Sexfilmen, die aufschlussreiche Titel wie „Beim Jodeln juckt die Lederhose“, „Unterm Dirndl wird gejodelt“ und „Der Ostfriesen Report: O mei, haben die Ostfriesen Riesen“ tragen. Erst 1977 gelingt es dem Sänger, Pianisten, Schauspieler und Dichter einen wirklichen musikalischen Durchbruch – mit „Genug ist nicht genug“ – zu landen. Von da ab ist Konstantin Wecker nicht mehr aus der deutschen Künstlerlandschaft wegzudenken. Es folgen zahlreiche Aufnahmen, Gedichtbände, Fernsehauftritte, Co- Produktionen, er schreibt selbst Musik für Theaterstücke. Mitte der Neunziger muss der Künstler, der bis hierhin sein Leben unter das Motto seines Durchbruchsalbums stellte, feststellen, dass genug auch mal genug sein kann und wird wegen Kokainbesitzes in Untersuchungshaft gesteckt. Das Leben nach der Haft ist nur noch medial von Drogen, vor allem aber von viel Arbeit und Kreativität gekennzeichnet: Er geht auf ausgedehnte Tourneen, veröffentlicht neue Bücher, vertont Gedichte von Bertolt Brecht, schreibt Lieder zu Radiohörspielen und so weiter. In den letzten Jahren arbeitet Konstantin Wecker noch zusätzlich an unterschiedlichen Musicals, vor allem an Produktionen für Kinder. Der Querkopf im Gespräch Erst kürzlich hat der Doell Verlag auf 164 gebundenen Seiten, im Großformat und mit einem außergewöhnlichen Layout versehen, unterschiedliche Interviews, Zitate und Fotos von Wecker in einem Buch zusammengefasst, das eine Periode von 1978 bis heute darstellt. Der Titel wiederum, trifft haargenau das Ungenaue an Weckers Person, die sich zeitlebens zwischen die Stühle zu setzen pflegte: „Politisch nicht correct – Konstantin Wecker im Gespräch“, herausgegeben vom langjährigen Roadie, Lichttechniker und Fahrer des Liedermachers, Günter Bauch, der selbst schon zwei autobiographische Romane schrieb. Fotos und Worte Der erste Teil des Buches ist mehr oder weniger ein Zitatenschatz, Buchstaben und Fotos scheinen einem gewollten Chaos unterworfen zu sein; sie werden über die Seiten – in unterschiedlicher Größe – gestreut, so dass der Leser nie so wirklich Gefahr läuft, in eine von Langeweile geprägte Fotoalbenatmosphäre abzurutschen. Die besagten Fotos zeigen Wecker als typisch bayrisches Kind mit Lederhose, als jungen oder alten, extrovertierten Bühnenmenschen, schwitzend, Grimassen schneidend, sich seinen Songs emotional hingebend, als Macho, als gesitteter Weiser in älteren Jahren, lebensfroh, kampfeslustig, nachdenklich, traurig. Lektüre für Minuten? Letztlich aber bleibt „Politisch nicht correct“ ein Konstantin – Wecker – Lesebuch. Unverblümt bezieht das Allroundtalent Stellung zu den Unterschiedlichsten Themen, die sich um das Menschsein drehen: In seinen Jugendjahren sei ihm die Beschäftigung mit dem Dichter Trakl lieber, als die mit Mädchen gewesen; man solle sich vor Selbstüberschätzung schützen; er sei ein glühender Anarchist; es sei eine Schande, wenn das Wort „Naiv“ in unserer Gesellschaft als Schimpfwort gilt; Wecker formuliert seine Reflexionen beinahe zu Aphorismen. Tod, Liebe, Ethik, Moral, Europa – Wecker hat was dazu zu sagen, weshalb das Buch sich nicht etwa dazu eignet, von vorne bis hinten gelesen zu werden, eher zum Schmökern, zum Zeitreisen. Zusätzlich findet der Leser nicht nur ausführliche und interessante Interviews, sondern auch detaillierte Chronologien bezüglich seines Lebens und Schaffens in Form einer biographischen Zeitleiste und einer Discografie, in der seine Tonträgerveröffentlichungen aufgelistet werden. Darüber hinaus gibt es eine Bibliographie, die über seine zahlreichen Buchveröffentlichungen Auskunft gibt. Ein Buch für Wecker – Einsteiger und solche, die es noch werden wollen, aber auch die langjährigen Fans werden ihre Freude haben. Politisch nicht correct Konstantin Wecker im Gespräch Hrsg. von Bauch, Günter Doell Verlag GmbH 164 Seiten, gebunden ISBN 3-88808-270-6 Sie können das Buch bequem online bei unseren Buchhandelspartnern bestellen:
  • libri.de
  • amazon.de

    Letztes Update: 08-04-2002 08:06

    Veröffentlicht in : Magazin, Kulturnews
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