Gruner Jahr stellt Internet-Magazin ONLINE TODAY wegen fehlender wirtschaftlicher Perspektiven ein
Hamburg (ots) - Das Internet-Magazin ONLINE TODAY wird wegen der seit Mitte 2000 nachhaltig rückläufigen Anzeigen- und Vertriebserlöse im Segment der Internetmagazine und der damit fehlenden wirtschaftlichen Perspektive eingestellt. In diesem Zusammenhang wird auch in Frankreich das bei der Gruner Jahr-Tochter Prisma Presse erscheinende WEB MAGAZINE von monatlicher Erscheinung auf sporadisch erscheinende Sonderhefte zurückgefahren. Das gab der Verlag Gruner Jahr am Dienstag in Hamburg bekannt.
Das vom Magazin Verlag am Fleetrand (MVF), einer 100-prozentigen
Gruner Jahr-Tochter, herausgegebene Magazin ONLINE TODAY wird mit
der Ausgabe 6/02 letztmalig erscheinen. Für die von der Einstellung
betroffenen Mitarbeiter werden sozialverträgliche Lösungen angestrebt
und dort, wo es möglich ist, interne Stellenangebote geprüft.
ONLINE TODAY war erstmals 1996 als Sonderheft erschienen. Der Mix
aus Internetzeitschrift sowie leicht verständlicher und
lifestyleorientierter Berichterstattung über Computerthemen wurde von
Lesern und Anzeigenkunden zunächst sehr positiv aufgenommen. Mit dem
Platzen der Internetblase Mitte 2000 nahm das Interesse an diesem
Zeitschriftentyp kontinuierlich ab. Mit einer durchschnittlichen
verkauften Auflage von zuletzt rund 116.000 Exemplaren (IVW I/02)
musste ONLINE TODAY im Vergleich zum Vorjahresquartal einen
Auflagenverlust von fast 30 % hinnehmen. Noch negativer entwickelte
sich das Anzeigenvolumen.
Rolf Wickmann, G J-Vorstand Zeitschriften: "Wie in keinem anderen
Zeitschriften-Segment waren Erfolg und Misserfolg so eng an den
Aufstieg und Fall der sogenannten New Economy gekoppelt wie im Markt
der Internet-Magazine. Für das Segment ist nach unserer Beurteilung
derzeit kein Hoffnungsschimmer in Sicht. Wir bedauern die Einstellung
sehr und bedanken uns bei allen Mitarbeitern für ihr großes
Engagement."
MVF-Geschäftsführer Dr. Ewald Wessling, der weiter für die
ebenfalls beim MVF herausgegebene Programmzeitschrift TV TODAY
verantwortlich bleibt: "Die Entscheidung war umso schwerer, da alle
Mitarbeiter in Redaktion und Verlag mit hohem Einsatz und Kreativität
gegen die Marktentwicklung gekämpft haben."