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SMS-Roman PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von literature.de-Team, am 29-04-2002 12:52
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Literarische Kurznachrichten: "SMS macht Liebe" / Telepolis präsentiert SMS-Roman Hannover (ots) - Literatur auf dem Handy muss kein Widerspruch sein: Wie winzige Textbrocken sich zu einem Roman verdichten, zeigt Nils Röller in TELEPOLIS, dem Magazin der Netzkultur. Der Medientheoretiker und Autor beschreibt in seinem vierteiligen Kurzroman, wie Liebe mit SMS-Botschaften wachsen kann, und gibt zugleich einen Ausblick auf das Überleben von Katastrophen. "Man nehme das Klischee einer Abschiedsszene zwischen zwei Liebenden, eine geheimnisvolle Botschaft, ein Handy sowie ein Computer mit Internetanschluss", so beschreibt Nils Röller die Ausgangssituation für sein Experiment mit den poetischen Möglichkeiten von SMS. Herausgekommen ist die Geschichte von Paula und Tan, die sich am Frankfurter Flughafen trennen. Paula fliegt nach London, Tan nach São Paulo. Wichtige SMS treffen ein. Im ersten Kapitel richtet sich Tan im Flugzeug ein, spekuliert über einen Mailerdämon und versucht sich mit seinen Sitznachbarn, einem Johnny-Cash-Typ und einem Seemann, zu arrangieren. Im folgenden Kapitel wird die Wärmezeitmaschine vorgestellt, eine Aktie zur Verbesserung der Welt. Das dritte Kapitel trägt den Titel "Logbuch der Liebe" und ist eine Art Meditation. Mit dem vierten Kapitel, das TELEPOLIS jetzt veröffentlicht, endet der Flug, und die Gedanken müssen sich der Realität stellen. "Die technische Vorgabe von 160 Zeichen führt zu einer Anordnung des Textes, die an die Versform von Gedichten und Epen erinnert", erklärt Nils Röller. "Die dadurch entstehenden ungewöhnlichen Umbrüche stören zwar den Lesefluss, aber verbinden auch die einzelnen Kurznachrichten untereinander. Die unterbrochene Komposition ist also Prinzip und muss auch als solches präsent sein", so Röller weiter. Als Inspirationsquelle nennt er August Stramm, der als einer der Hauptvertreter des Frühexpressionismus gilt. Der ausgebildete Telegraph Stramm arbeitete nach dem Minimax-Prinzip, das heißt, er versuchte, bei einem Minimum an verwendeten Zeichen ein Maximum an Aussage zu übermitteln. Genauso drückt Röller komplexe Ideen wie den Aufbau des Medienzentrums in Cusco oder die Wärmezeitmaschine von Joseph Beuys mit nur sehr wenigen Zeichen aus. Zu lesen ist der SMS-Roman, mediengerecht dargestellt im Handy-Display, unter www.heise.de/tp/deutsch/kunst/lit/3654/1.html

Letztes Update: 29-04-2002 12:52

Veröffentlicht in : Magazin, Kulturnews
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