3sat-Preis beim 39. Theatertreffen Berlin 2002 an Stefan Pucher verliehen
Mainz (ots) - Der Regisseur Stefan Pucher erhielt beim Berliner
Theatertreffen am Pfingstsonntag, 19. Mai, den mit 10.000 Euro
dotierten 3sat-Preis für seine Anton-Tschechow-Inszenierungen -
insbesondere für "Drei-Schwestern" am Schauspielhaus Zürich. Die
Verleihung fand im Spiegelzelt am Haus der Berliner Festspiele statt.
Der 37-jährige Stefan Pucher stammt aus Gießen und begann bereits
während des Studiums zu inszenieren. Weil er die Methode des
"Sampling" anwandte, DJs und Videoprojektionen in seinen
Inszenierungen einsetzte, bewertete ihn die Kritik voreilig als
"Techno-Regisseur". In den vergangenen Jahren formte er allerdings
mit Tschechow-Inszenierungen auf großen Bühnen wie dem Theater Basel,
dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg und dem Schauspielhaus Zürich
eine Handschrift, die die aktuelle Theaterästhetik prägt. Seit Herbst
2000 gehört er fest zu Christoph Marthalers Zürcher Team. Mit den
"Drei Schwestern" ist ihm ein "respektvoller, nostalgiefreier, ganz
und gar heutiger Umgang mit Tschechow" gelungen, "ein Umgang, der
viel Nachdenken beinhaltet, eine vollkommen unprätentiöse, elegante,
organische Begegnung von Pop und Poesie", so die Jurorin Simone Meier
in ihrer Laudatio.
Zur Jury gehörten neben der Kulturredakteurin und Autorin Simone
Meier ("Tages-Anzeiger", "Theater heute") der Intendant der Berliner
Festspiele, Dr. Joachim Sartorius, und Jo Schmidt (ZDF Theaterkanal
und 3sat). 3sat vergibt die Auszeichnung zum sechsten Mal. Mit dem
Preis werden Künstler des Berliner Theatertreffens aus den Bereichen
Regie, Darstellung oder Bühnenbild ausgezeichnet, die
Zukunftsweisendes für das deutschsprachige Schauspiel geleistet
haben. Im vergangenen Jahr erhielten der Regisseur Michael Thalheimer
und sein Bühnenbildner Olaf Altmann für ihre Inszenierungen "Liliom"
und "Das Fest" den 3sat-Preis.