Autor des Monats : Steffi von Wolff
Erfolgsgeheimnis : Frech-frivol verpackte Klischees
1966 geboren, kam Steffi von Wolff zum Schreiben eigentlich durch ein ganz persönliches Ereignis. Ihr Freund ließ sie allein, doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, begann sie mit dem Schreiben ihres ersten Romans. In einem Interview heißt es, sie sei gar nicht unglücklich über den Auszug ihres Exfreundes, denn ein vier Jahre langes Durchfüttern hatte endlich ein Ende. Auch die neugewonne Freizeit konnte ja wohl sinnvoller genutzt werden.
Gesagt, getan. Die bis dahin als Übersetzerin und Rundfunkmoderatorin tätige Steffi von Wolff nahm sich vor, ein Buch zu schreiben. Schließlich hatte sie das immer schon einmal gewollt. Ihr erstes Buch „Fremd küssen“ wurde ein Erfolg. Mehr als 50.000 verkaufte Exemplare der Geschichte um Carolin, die mit ihrem Rockerfreund in einer Kleinstadt einen Swingerclub aufmacht.
Steffi von Wolff kommt auf den Geschmack.
Steffi von Wolff Reeperwahn Fischer
Taschenbuch 320 Seiten, EUR 7,90 ISBN 3-596-16588-1
Nach dem nachgelegten Roman „Glitzerbarbie“ erschien der aktuelle „Aufgetakelt“. Mit Blick auf den Titel und das Cover hat der Roman maritimen Inhalt.
Der Klappentext macht neugierig und man wagt es, das Buch mit dem eher einfallslosen Cover zur Hand zu nehmen und die ersten Kapitel zu verschlingen. Der Roman, der als Frauen-Segelroman bezeichnet werden kann, scheint der regen Phantasie der Autorin direkt auf den Leib geschnitten zu sein. Als mittlerweile passionierte Seglerin hat sich von Wolff mit ihrem Sohn und Lebensgefährten in ihrer neuen Heimat Hamburg genau das richtige Pflaster ausgesucht.
Aber auch der für Juni 2005 geplante Roman „ReeperWahn“, wieder bei S. Fischer, verspricht spritzige Unterhaltung, denen auch der eine oder andere männliche Leser verfallen dürfte. Auch hier bleibt Steffi von Wolff ihrer maritimen Heimat treu. Die Geschichte um fünf Kiez-Reporterinnen Gerlinde, Tiffy, Heidi, Liesel und Brigitte ist dieses Mal Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Ihre Arbeit beim Kiez-Report der Stadt ist Tag für Tag dasselbe: Nacktfotos heraussuchen, Überschriften und Bildunterschriften texten und versuchen, sich nicht mit dem Chefredakteur anzulegen. Dieser macht es den fünf Frauen nicht leicht, Ärger ist vorprogrammiert und auch privat läuft nicht alles rund.
Die fünf Frauen planen, ihren Chefredakteur umbringen zu lassen.
Für Spannung und frech-frivolen Witz ist gesort – man(n) darf gespannt sein...