Wer kennt ihn nicht, den amerikanischen Helden, der ganz in schwarz gekleidet für Recht und Ordnung sorgt, und dabei seine Gegner mit einem Z kennzeichnet. Isabella Allende hat sich in ihrem neuen Roman der Lebensgeschichte des charismatischen Helden angenommen und bringt dem Leser vor allem den Werdegang des Maskierten näher.
Aus der Sicht einer ihm nahe stehenden Person schildert sie, wie der junge Diego De la Vega als Sohn eines spanischen Edelmannes und einer indianischen Kriegerin sein Leben an der Seite seines Ziehbruders Bernardo verlebt. Im Amerika des 19. Jahrhunderts ist diese Verbindung jedoch nicht gerne gesehen, da Bernardo als Indianer nicht die selben Privilegien erfährt wie Diego, doch tauschen sich die Freunde über ihr erlerntes Wissen aus lernen gemeinsam aus Büchern die Kunst des Fechtens. Da sein Vater der Bürgermeister von Las Angeles ist, wächst Diego mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn heran.
Im Alter von 15 Jahren schickt ihn der Vater nach Spanien in das Haus seines guten Freundes Thomas de Romeu. Bereits die Reise ist für Diego, der mit seinem Bruder Bernardo reist, ein Abenteuer: sie durchqueren Mexiko und müssen eine mehrwöchige Schiffsreise über sich ergehen lassen. Im Hause Romeu verliebt Diego sich in dessen Tochter Juliana, während er von der jüngeren Schwester Isabel kaum Notiz nimmt. Hier erlernt Diego die hohe Kunst des Fechtens bei eben dem Meister, aus dessen Büchern er in Kalifornien lernte.
Bald merkt sein Lehrer, dass Diego ein begnadeter Fechter ist und führt ihn in die ehrenwerten Hallen des Geheimbundes La Justicia, dessen Mitglied Diego nun wird. Hier kämpft er im Verbund für Freiheit und Gerechtigkeit. Doch auch in seinem Gefühlsleben bewegt sich in der Zeit in Spanien einiges. Diego muss mit ansehen, wie die schöne Juliana von dem aufdringlichen Rafael Moncada umworben wird. Aus finanziellen Gründen legt Thomas de Romeu seiner Tochter diese Ehe nahe, doch Juliana will nichts davon wissen. Moncadas Eifersucht treibt ihn sogar zu kriminellen Mitteln, die Diego in Gestalt Zorros aufdeckt. Zwischen ihm und Rafael Moncada entwickelt sich eine Hassbeziehung, die gravierende Folgen für die Familien de la Vega und de Romeu hat. Nach dem schrecklichen Tod Thomas de Romeus’ flieht Diego mit den beiden Mädchen nach Kalifornien, doch die Überfahrt steht unter keinem guten Stern.
Spannend und faszinierend schildert Isabella Allende die Wandlung des Jungen Diego de la Vega zum sagenumwobenen maskierten Zorro, dessen Weg einer wahren Heldenerzählung gleicht. Vielschichtige Charaktere und eine spannende Hintergrundgeschichte lassen keine Langeweile aufkommen. Manch einer mag die eigentlichen Heldentaten des Helden hier missen, doch gibt es eigentlich schon genug Erzählungen über Zorros Heldentaten in Kalifornien.
Hier erfährt man endlich einmal, wie Zorro zu dem geworden ist, den wir aus unzähligen Büchern und Filmen kennen.