1990 kam er nach Berlin und sprach kein Wort Deutsch. Mittlerweile schreibt er auf Deutsch für die Deutschen und seine Bücher sind in mehr als 13 Sprachen übersetzt. Der Exil-Moskauer Waldimir Kaminer landete mit seinem ersten Roman "Russendisko" einen großen Erfolg bei Kritikern und Lesern.
Begonnen hatte alles für Kaminer in der Berliner Vorlesebühnen-Szene. Jede Woche traten Autoren mit neuen Texten vor ein verwöhntes Publikum und versuchten diese zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen. Ihm gelang der Durchbruch. Er wurde von einer Literaturagentin entdeckt und aus seinen ersten Texten entstand der Roman "Russendisko".
Die neue Welt Berlin verarbeitet Kaminer in teils absurden Alltagsgeschichten, die ihn von jeher fasziniert haben. Dabei ist es weniger die Phantasie, sondern eher das Außergewöhnliche, was die Geschichten für ihn ausmachen. Diese Lebhaftigkeit macht Kaminers Texte lesenswert.
Berlin ist seine Heimat. Der kleine Schmelztiegel der Schönhauser Allee, in der Kaminer mit seiner Familie lebt, bieten ihm Tag für Tag neue Geschichten, die es zu verwenden gilt. Trotz seiner vielen Jobs, er schreibt für die taz, FAZ, hat eine wöchentliche Rundfunksendung beim SFB 4, sowie die Moderation verschiedener Literaturveranstaltungen, ist er vor allem Autor geblieben, der für seine Geschichten lebt. Seine neue Heimat wird in seinen Büchern lebendig, auch wenn er sich noch sehr mit seiner alten Heimat verbunden fühlt. So machen seine Texte ein facettenreiches, multikulturelles Bild aus Berlin.
Wladimir Kaminer wurde u.a. mit dem Ben-Witter-Preis ausgezeichnet.
Die anderen über Kaminer: "Kaminer überzeichnet die Wirklichkeit mit lakonischer Ironie. Stanzt keine überflüssigen Prosaschnörkel. Blickt schubladenfrei auf seine Figuren mit dem Blick fürs Wesentliche." Die Welt
"Kaminer ist, was nur selten bemerkt wird, ein großer Stilist, ein Meister seiner Form, einer kleinen Form natürlich, die der Romanform in manchem überlegen ist. Wladimir Kaminer, soviel steht fest, ist ein großer Gewinn für die deutsche Literatur." Süddeutsche Zeitung
"Das Geheimnis Kaminers ist die Sanftheit seiner Satire. Er lässt, scheinbar, nur den Dingen ihren Lauf und macht kein Aufhebens davon, dass er selbst sie in Gang setzt. Er ist ein Candide der Normalität." DIE ZEIT (Dieter Hildebrandt)
"Starke Nerven sollte auf jeden Fall haben, wer Kaminer in der U-Bahn oder im Café liest, weil sich die Leute dauernd nach dem hysterischen Gekicher umdrehen werden." Brigitte