SWR-Literaturpeis für Boris PahorBaden-Baden (ots) - Der Schriftsteller Boris Pahor erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Preis der SWR-Bestenliste.
Boris Pahor wird ausgezeichnet für sein Buch Nekropolis, das im
Juli 2001 auf der SWR-Bestenliste stand. Die Kritikerjury des SWR-Literaturpreises begründete die diesjährige Preisverleihung damit, dass Pahors Buch Nekropolis eine literarische Gedächtnisreise in die Zeit und an die Orte des Faschismuses sei. Der slowenische Autor, der vier deutsche Arbeits- und Vernichtungslager
überlebt hat, beschreibt mit den Mitteln des poetischen Essays die Existenz unter den Bedingungen totaler Inhumanität. Seine
reflektierende Erzählweise sei in einem Atem zu nennen mit den Werken von Primo Levi, Jorge Semprun und Imre Kertész. Der 82-jährige, heute
in Triest lebende Pahor, sei in den USA und in Frankreich längst in seinem Rang anerkannt. "Erst jetzt und beinahe zu spät erreicht er mit seinem 1966 geschriebenen Roman sein deutsches Publikum", so die Baden-Badener Jury weiter.
Nekropolis ist ein düsteres Erinnerungsbuch. Es erzählt die Irrfahrt eines slowenischen Widerstandskämpfers durch die deutschen Konzentrationslager und die Erinnerungsversuche des Überlebenden, der in den frühen sechziger Jahren die Lager-Gedenkstätten Dachau, Natzweiler und Bergen-Belsen besucht. Nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager arbeitete Pahor in Triest als Publizist und
Schriftsteller, von 1955 bis 1975 unterrichtete er Literatur an einem Gymnasium. Von 1966 gab er eine literarische Zeitschrift heraus. Pahor schrieb zahlreiche Romane und Erzählungen.
Der "Preis der SWR-Bestenliste" wird jedes Jahr von den Jury-Mitgliedern der SWR-Bestenliste verliehen. Sie treffen sich in Baden-Baden und wählen eine Autorin oder einen Autor, die/der in den
letzten zwölf Monaten auf der SWR-Bestenliste vertreten war. Die Literaturliste des SWR wird monatlich von 35 renommierten Kritiker/innen zusammengestellt.
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