Die Tochter des Pilgers ist der dritte und finale Band der Trilogie "The Celtic Crusades" (Die Keltischen Kreuzzüge) und enttäuschte mich leider gänzlich. Die Geschichte an sich ist schon spannend, doch leidet sie unter einer schlechten Konzeption.
Duncan der Pilger wird in der Hagia Sophia von dem brutalen Tempelritter de Bracineaux ermordet. Seine Tochter Caitriona, die den Mörder ihres Vaters gesehen hat, beschließt seinen Tod zu rächen.
Im Schlepptau ihrer jüngeren und nervigen Schwester Alethea spürt sie de Bracineaux auf. Doch anstatt die Gelegenheit zu nutzen ihn zu töten, stielt sie ihm ein geheimnisvolles Dokument. Durch die Erscheinung des Weißen Priesters Bruder Andreas, der sie in die Sachen des Célé Dé (fromme Aufgabe) Ordens einschwört, entdeckt sie das Schriftstück. Berichtet wird von einem großen Schatz, der mystischen Rose. Die mystische Rose, so stellt Caitriona später fest, ist eine Umschreibung für den heiligen Gral, der in Spanien den Mauren in die Hände fallen könnte. Caitriona beschließt auf Schatzsuche zu gehen und begibt sich mit einem kleinen Trupp norwegischer Ritter, die sie aus dem Gefängnis von Damaskus freigekauft hat, auf die Reise nach Spanien.
De Bracineaux, der mittlerweile den Schwund des Dokuments bemerkt hat, verfolgt sie. In Spanien herrscht ein Ausnahmezustand. Die Straßen dürfen nur mit besonderer Genehmigung benutzt werden, denn dort wimmelt es nur so an maurischen Banditen. Trotzdem reisen Caitriona und ihr Gefolge durch Spanien. Alethea wird auch prompt von maurischen Banditen entführt und Caitriona fällt den Verführungskünsten des Maurenfürsten Hassan zum Opfer. In letzter Minute besinnt sie sich jedoch und versucht ihre Schwester zu retten. Die Spur Aletheas führt sie direkt zum Aufbewahrungsort des heiligen Grals und dort treffen dann alle Figuren der Geschichte zum Showdown zusammen. Es entbrennt ein Gefecht zwischen Templern, Mauren und den norwegischen Rittern. Eingeleitet, unterbrochen und abgeschlossen wird diese Geschichte durch eine Rahmenerzählung, die von einem Nachfahren Caitrionas handelt. Bruder Murray lebt zur Zeit des ersten Weltkrieges und steigt gerade in der Hierarchie des Célé Dé Ordens auf. Er ist der Erzähler der Geschichte von Caitrionas Abenteuer.
Trotz einer spannende Geschichte, leidet der Band Die Tochter des Pilgers an einer schlechten Konzeption. Im Laufschritt wird der Leser an Orte quer durch die Welt gejagt. Leider werden diese Orte nicht genauer beschrieben. Außer dem Ambiente einiger orientalischer Märkte, erfährt der Leser nichts über das Flair der fremden Länder und Kulturen. Besonders bitter ist die Tatsache, dass selbst der Haupthandlungsort des Romans, Spanien, unzureichend dargestellt wird.
Die Rahmenerzählung stört beim Lesen. Nach der Einleitung durch die Rahmenerzählung bleibt der Leser erst einmal mit einem riesigen Fragezeichen im Gedanken allein und muss verzweifelt darüber nachdenken was die Rahmenerzählung mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat. Hat er sich dann in die eigentliche Geschichte eingelesen und ist gerade von der Spannung gefesselt, erscheint wie ein Werbeblock ein weiterer Teil der Rahmenerzählung, der jedoch wieder völlig sinnlos erscheint und den Spannungsbogen nicht halten kann. Zwar erfährt der Lesen nun das dieser Bruder Murrey ein Buch liest, dass von der eigentlichen Geschichte handelt, jedoch wird nicht klar, dass diese Person der Erzähler der Geschichte sein soll. Der Abschluss der Rahmenhandlung, in der man als Leser natürlich alle Antworten auf so manches Rätsel erwartet, ist unbefriedigend, weil sie die Geschichte irgendwie nicht richtig abschließt. Ich kenne nach der Lektüre leider immer noch nicht die eigentlichen Ziele des Célé Dé Ordens.
Als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, dass Fragen am Ende einer Trilogie offen bleiben, kommt erschwerend hinzu, dass manche Figuren schlecht und widersprüchlich gezeichnet sind. Alethea zum Beispiel macht einen völlig unverständlichen Wandel durch. Am Anfang des Romans erscheint sie als nervige, männerlüsterne und naive Göre, am Ende ist sie zur frommen Nonne mit Glatze mutiert. Wie und warum sich dieser Wandel vollzogen hat, bleibt dem Leser leider verschlossen.
Positiv zu erwähnen sind die hochwertige Bindung und die schöne bildliche Gestaltung des Romans.
Fazit: Eine schlecht umgesetzte, aber dennoch spannende Geschichte!