Wenn sich die Tore der diesjährigen Frankfurter Buchmesse öffnen, schauen noch mehr auf das Spektakel in Frankfurt. Nicht die überteuerten Zimmerpreise in Frankfurt oder die Frage, ob die Buchmesse nach München soll, sind der Schwerpunkt, wie einem manche Blätter glauben machen, sondern die Literatur der arabischen Welt. Zwei Kulturen prallen aufeinander.
Marrakesch wird abends zu einer faszinierenden Stadt
Mit Rede- und Diskussionsbeiträgen vor Eröffnung der Frankfurter Buchmesse, u.a. zu "Das Christentum aus islamischer Sicht", "Kampf der Kulturen aus islamischer Sicht" (Artikel hier) begann der Austausch der Kulturen mit einer prominent besetzten Gruppe. Denn die "arabische Welt" als Ehrengast für de Frankfurter Buchmesse einzuladen ist nicht ganz ohne Risiko. 22 Länder wurden eingeladen, doch die Lage für viele Schriftsteller aus diesen Ländern ist nicht einfach. Ein freier Dialog findet oftmals nicht statt. Zensoren haben alles fest in der Hand und überwachen nicht nur die Buchherstellung.
Auf der Buchmesse organisiert "Der Arabische Almanach" einen Gemeinschaftsstand von 27 Institutionen zum Thema "Deutsch-Arabischer Kulturaustausch" (Artikel hier).
Fez
Geringes Interesse
Das Interesse an arabischer Literatur und Kultur war nicht gerade groß in der Vergangenheit. Auf dem deutschen Buchmarkt sind rund 125.000 belletristische Titel auf dem Markt, davon ca. 40% Übersetzungen. Nur gerade einmal 0,3% kommen davon aus der arabischen Welt. Durch das Schwerpunktthema der Frankfurter Buchmesse keimt etwas Hoffnung auf. Als Ausnahmen gelten die Bücher von Assia Djebar und Nagib Machfus (Nobelpreis 1988). Für viele entspringt das Bild der arabischen Welt den Texten aus "Tausendundeiner Nacht", das den Lesern vor mehr als 300 Jahren durch die Übersetzung Antoine Gallands nähergebracht wurde.
Zwistigkeiten unter den Teilnahmeländern stellten die Veranstalter schon im Vorfeld auf eine harte Probe. Fünf der 22 eingeladenen Länder (darunter Irak, Algerien, Marokko, Kuweit und Lybien) scherten aus der arabischen Liga aus. Nachkriegswirren, finanzielle Probleme und zu starker Einfluss des Arabischen waren für diese u.a. ein Grund für Rückzug oder Präsentation in Form von eigenen Länderpavillions. Etwas mehr als 200 Literaten sind von einer Jury ausgewählt worden und finden ihren Weg nach Frankfurt.
Lesetipps
Nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem Irakkrieg steht die arabische Welt im Brennpunkt der Medien und des öffentlichen Interesses. Meist ist die westliche Wahrnehmung jedoch von einem einseitigen Blick geprägt, der nur selten authentische Stimmen aus der Region zur Kenntnis nimmt. Um diesen Blick zu erweitern, analysieren in diesem Buch international renommierte Schriftsteller, Publizisten und Wissenschaftler die wichtigsten politischen, kulturellen, religiösen und sozialen Gegenwartsfragen der arabischen Welt aus explizit arabischer Sicht. Unter anderem werden folgende Themen behandelt: die arabische Welt und die Moderne (Demokratisierung, Laizismus, Menschenrechte); Islam und Islamismus; Europa und der Islam; das Bild der arabischen Welt im Westen; die arabische Geistesgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert; Dialog der Kulturen statt Kampf der Kulturen; Reformbewegungen in der arabischen Welt; die kulturelle Wahrnehmung und das Bild des Westens; die Rolle d er Medien; die politisch-soziale Situation aus der Sicht der Literaten; die arabischen Intellektuellen und die Macht; die Bedeutung der Literatur und Kultur; die Krise in Bildung und Wissenschaft; die Situation der Frauen; die Angst vor westlicher Überfremdung und politischer Bevormundung.
Durch die Vielfalt der Autoren und der Hintergrundinformationen vermittelt das Buch ein detailliertes Gesamtbild der arabischen Welt. Es bietet hochaktuelle und aufschlussreiche Einblicke in Politik, Religion, Kultur und Gesellschaft sowie in die Lebenswirklichkeiten im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, zwischen nationalen Zielen und westlichem Einfluss.
Heinz Halm schildert hier kompakt und allgemeinverständlich Geschichte und Kultur der Araber von der Zeit ihrer ersten Erwähnung in den Inschriften der Assyrerkönige über die Entstehung und Ausbreitung des Islam bis zu den Entwicklungen der arabischen Staaten in unserer Gegenwart.
Diese Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht macht erstmals die älteste arabische Fassung der berühmten orientalischen Erzählsammlung auch deutschen Lesern zugänglich. Die Übersetzerin Claudia Ott führt uns mit einer Frische und Ungezwungenheit durch das Labyrinth der kunstvoll verwobenen Erzählfäden, daß man meint, Schahrasad selbst zu hören. Nicht mehr ein europäischer Orientalismus spricht durch Tausendundeine Nacht zu uns, sondern endlich der Orient selbst.
Die nächtlichen Erzählungen von Schahrasad, mit denen sie ihren königlichen Gatten verzaubert und so ihre Tötung immer wieder aufschiebt, entführen den Leser in die Welt der Basare und Karawansereien, der weisen Kalifen und verschlagenen Händler, der vornehmen Damen und klugen Ehefrauen, der mächtigen Zauberinnen, Dschinnen und bösen Dämonen. Sie berichten von erotischen Vergnügen und harten Schicksalsschlägen. Wie kein anderes Werk ist Tausendundeine Nacht Inbegriff eines romantischen, exotischen Orientbildes. Dieses Orientbild geht allerdings nicht unmittelbar auf Tausendundeine Nacht zurück, sondern wurde seit dem 18. Jahrhundert von Europäern in die verschiedenen Übersetzungen und Sammlungen hineingetragen. Zudem wurden die Erzählungen dem europäischen Geschmack angepaßt, indem die zuweilen derbe Ausdrucksweise und unverblümte Erotik des Originals durch einen biederen Märchenstil ersetzt wurden. Nachdem Muhsin Mahdi 1984 die weitaus älteste Handschrift aus dem 14./15. Jahrhundert ediert hat, ist es jedoch möglich, die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht in einer von allen Übermalungen, Ausschmückungen und Prüderien der letzten Jahrhunderte freien Form kennenzulernen.
Autorinnen und Autoren aus 14 Ländern erzählen von Glück und Leid, Alltag und Festtag, Macht und Ohnmacht ihrer Völker – und sie verstehen es seit den Zeiten Scheherazades, den Sultanen und ihren modernen Nachfolgern Wahrheiten zu servieren. Ihre Geschichten eröffnen Perspektiven, die hinter den Schleier gängiger Vorurteile blicken lassen.
Die moderne arabische Literatur hat aus der Verbindung von arabischer und europäischer Tradition eine eigenständige Erzählkunst entwickelt, von deren Vielfalt die vorliegende Sammlung Zeugnis ablegt. Sie enthält Beiträge aus Ägypten, Algerien, Irak, Jemen, Jordanien, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Tunesien.
Mezze, Döner und Falafel - das sind längst keine Fremdwörter mehr auf der Speisekarte. Mal schnell auf die Hand vom Stehimbiss oder stilecht serviert in edlem Ambiente - keine andere Küche ist momentan so angesagt und in aller Munde wie die orientalische.
Schnell, unkompliziert, zeitgemäß - aber auch märchenhaft und geheimnisvoll sind die Genüsse aus dem Morgenland. Und wer das alles zu Hause zelebrieren will, kann es sich ganz leicht machen: Mit feinen Aromen zaubern, Couscous kochen oder Lassi mixen - Oriental Basics öffnet neue Horizonte!
Nicht erst seit Agatha Christies "Mord auf dem Nil" hat Ägypten die Reisenden aus dem Westen fasziniert. Die Ehrfucht einflößenden Zeugnisse der Pharaonen, die jahrtausendealte Kultur mit ihren unergründlichen Mythen, der ganze Zauber des Orients zogen die betuchten Touristen aus Europa genauso in ihren Bann wie vorher die antiken Geschichtsschreiber Herodot und Strabo. Als ein englischer Reiseunternehmer um 1870 die Erlaubnis zum Betrieb von Dampfbooten auf dem Nil erhalten hatte, kam der Tourismus in Schwung. In luxuriösen Kabinen gelangten die Reisenden nilaufwärts nach Luxor und Assuan, in verschwenderisch ausgestatteten Hotels erholten sie sich von den Strapazen der Eselsritte oder Sänftenfahrten zu den Sehenswürdigkeiten. Nach der bewährten Art des Erfolgstitels »Legendäre Reisen« lassen Hunderte von schwarz/weiß- und Farbfotos, Faksimiles von Werbeprospekten, Fahrplänen und Speisekarten das legendäre Reiseland Ägypten wieder auferstehen. Besonders die zahlreichen Abbildungen wunderschöner alter Landkarten und Stadtpläne zeugen von der Epoche, als die europäischen Reisenden Ägypten entdeckten. Die kundigen und elegant geschriebenen Texte des französischen Ägyptenkenners Robert Solé bieten dazu den umfassenden Hintergrund.