Der Weg vom Hoffnungsträger zum Tyrannen führt durch Steingruben. 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung erkämpft sich der Außenseiter Moloquin die Herrschaft über den Stamm der Folc, der ihn einst vertrieben hatte. Auf der Höhe seiner Macht will er mit einem riesenhaften Denkmal für die Götter ein Zeichen setzen. Doch aus dem Träumer wird ein Besessener, der seinen Leute immer größere Entbehrungen abverlangt. Der Widerstand gegen seinen ehrgeizigen Plan wächst.
Ladon, der mächtigste Häuptling der Volk kennt nur ein Ziel, er will seinen Sohn zu seinem Nachfolger machen. Aus diesem Grund vertreibt er seine schwangere Schwester, denn die Herrschaft vererbt sich über die weibliche Linie. Doch sein Neffe Moloquin überlebt. Nach einem kurzen glücklichen Intermezzo als Adoptivsohn der Geschichtenerzählerin Karella wird er von Ladon in die Sklaverei verkauft. Als Moloquin Jahre später zu seinem Stamm zurückkehrt, haben seine Erfahrung und seine Skrupellosigkeit ihn zu einem natürlichen Anführer gemacht.
Er versammelt die zersplitterten Stämme der Folc unter seiner Herrschaft und beginnt, einen Jugendtraum zu verwirklichen: Ein Rundhaus für die Götter von nie gesehener Größe und Erhabenheit. Doch während sein Ruhm und sein Einfluss ins Unermessliche wachsen, verhärtet sein Herz immer mehr. Mit seiner Frau verbannt er die letzte Stimme der Vernunft aus seinem Leben. Auf der Höhe seiner Macht erfährt er endlich eine Wahrheit über seine Geburt, die seinen Glauben bis in die Grundfesten erschüttert.
Wie waren die Menschen vor 5000 Jahren? Waren es überhaupt Menschen in heutigen Wortsinn? Wahrscheinlich nicht, doch das hat Autoren noch nie gestört. Man denke nur an das patente Höhlenmädchen Ayla, das im Alleingang alle wichtigen Erfindungen der Menschheit tätigte. So einfach macht es sich Cecila Holland nicht, doch auch ihre Steinzeitmenschen muten recht modern an. Vor einem Hintergrund des abgeschwächten Matriarchats entfaltet sich eine Urform des Hamlet, komplett mit vertriebenem Königssohn und schurkischem Onkel.
Es ist beinahe überraschend, wie gut diese einfache Rechnung aufgeht. Nachdem der Roman gewisse Anfangsklischees über Männer und Frauen und ihr Rollenverhalten etabliert, bzw. überwunden hat, entfaltet sich eine Geschichte, die gerade durch ihre Schlichtheit imposant wirkt. Die Charaktere sind einfach, aber nicht schablonenhaft, und insbesondere die Hybris des Helden beinhaltet eine Tragik, die an den Aufbau klassischer Dramen, oder eben an Shakespeare, erinnert. Moloquins Sturz ist unausweichlich, und am Ende bleibt als Symbol für übermäßiges menschliches Wollen - Stonehenge.